Plus vier Prozent
Deutlich mehr Todesopfer im Straßenverkehr

Auf Deutschlands Straßen ist die Zahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen im ersten Halbjahr 2002 deutlich gestiegen. 3312 Verkehrstote wurden von Januar bis Juni gezählt, das sind vier Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag berichtete.

HB/dpa WIESBADEN. Im Juni gab es im Jahresvergleich sogar einen Zuwachs um 14 Prozent auf 664 Todesopfer. Ein Grund dafür ist nach Ansicht der Statistiker das bis Ende Juni relativ gute Wetter mit viel Verkehr.

Bei schönem Wetter seien mehr Motorradfahrer und Fußgänger unterwegs - das ergebe ein erhöhtes Unfallrisiko, sagte Statistiker Rudolf Kaiser. So habe er bei den getöteten Motorradfahrern in den dieses Jahr relativ "warmen" Monaten Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Zunahme von 42 Prozent auf 98 gezählt.

Zudem sei die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Menschen im vergangenen Jahr insgesamt extrem niedrig gewesen. In der ersten Hälfte 2002 starben immerhin weit weniger Menschen als zwei Jahre zuvor im ersten Halbjahr 2000: Damals kamen 354 oder 10 Prozent mehr Verkehrsteilnehmer ums Leben. "Es ist ein ständiges Auf und Ab, aber der Trend der vergangenen Jahre geht zu immer weniger Toten im Straßenverkehr", sagte Kaiser.

Die Gesamtzahl der Unfälle mit Personenschaden ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 171 600 zurück, die Zahl der Verletzten ebenfalls um 2 Prozent auf 225 800.

Deutlich mehr Menschen starben in Baden-Württemberg (+46 Getötete), Niedersachsen (+45) und Rheinland-Pfalz (+31). Dagegen kamen in Sachsen (-34), Sachsen-Anhalt (-25) und Thüringen (-14) weniger Menschen ums Leben als in der ersten Jahreshälfte 2001.

Pro eine Million Einwohner kamen in Deutschland im Durchschnitt 40 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Bei einem Vergleich der Bundesländer zeigen sich dabei deutliche regionale Unterschiede: In Hamburg kamen auf eine Million Einwohner 8 Tote - in Mecklenburg- Vorpommern 82.

Für den Juli 2002 erwarten die Statistiker einen deutlichen Rückgang. Wegen der starken Regengüsse und der Flutkatastrophe sollte die Zahl der Verkehrsteilnehmer zurückgegangen sein, sagte Kaiser.

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