Plus von 43,48 Punkten
Dax geht freundlich aus dem Handel

Die BMW-Aktie fiel um 5,6 %. Händlerstimmen sprachen von "zufällig zustande gekommenen Kursen" bei den Dax-Werten.

vwd FRANKFURT. Freundlich ist der Dax am Donnerstag aus dem Handel gegangen. Der Index gewann 0,7 % bzw. 43,48 Stellen auf 6 371,64. Die steuerlich motivierten Verkäufe der Privatanleger seien vorbei gewesen, sagten Händler. Allerdings seien die Umsätze ausgesprochen dünn gewesen. "Die Kurse sind nur zufallsbedingt zustandegekommen", hieß es. Am Markt seien lediglich kleinere Orders zu beobachten gewesen, so dass erst im neuen Jahr bei Einzeltiteln wieder Tendenzen zu erahnen sein dürften.

Infineon konnten am Vormittag zunächst zulegen, gaben aber im Verlauf wieder deutlich ab. Erst in der Schlussauktion drehte der Aktienkurs wieder ins Plus. Das Papier schloss mit einem Gewinn von 0,4 % auf 38,87 Euro. Händlerangaben zufolge hatte zuvor eine angebliche Verschiebung der Dividenden-Auszahlung den Infineon-Kurs belastet. Viele Teilnehmer hätten die Titel daraufhin weiter verkauft, hieß es. Einzelheiten zu der verzögerten Auszahlung wurden zunächst nicht bekannt. Die Aktien der Infineon-Mutter Siemens stiegen hingegen um 1,3 % auf 139,31 Euro. Ein Großauftrag eines portugiesischen Mobilfunkbetreibers habe zwar direkt keine große Auswirkung, zeige aber, dass der Konzern mit seinen Produkten auf dem richtigen Weg sei, so Beobachter.

Telekom verbucht erneut Kursverluste

Deutsche Telekom verloren weiter und schlossen mit minus zwei Prozent bei 31,48 Euro. Analysten sehen die nächste Unterstützung bei 29 Euro. Die Bonner wollen von ihren Konkurrenten mehr Geld für die so genannte letzte Meile. "Aber es ist fraglich, ob die Regulierungsbehörde dem zustimmt", so ein Händler. Es sei wahrscheinlicher, dass man versuchen werde, ein einheitliches Niveau in Europa zu finden.

Daimler-Chrysler gingen dagegen mit leichten Verlusten aus dem Handel. Gerüchte über notwendige Rückstellungen bei DaimlerChrysler für die Verluste der US-Tochter sowie ein Absatzrückgang von Chrysler im Dezember gegenüber dem Vorjahr um knapp 15 % hatten den Wert belastet. "Da ist noch kein Lichtblick zu sehen", meinten Händler. Daneben seien auch die wichtigsten Unterstützungen gefallen. Die Aktien verloren 0,1 % auf 43,29 Euro. VW gewannen 4,3 % auf 56,27 Euro.

Die starken Verluste bei BMW am Donnerstag führten Händler auf Gewinnmitnahmen zurück. "Ein Kursanstieg von über neun Prozent wie am Vortag kann es schließlich nicht dauernd geben", so ein Marktteilnehmer. Der Kredit an Rover spiele dagegen eine geringe Rolle. "Selbst wenn Rover zahlt, wird sich das über Jahre hinziehen", hieß es. BMW verloren 5,6 % auf glatt 34 Euro und waren damit Tagesverlierer.

Münchener Rück legten nach der Anhebung der EPS-Prognosen durch JP Morgan zu. Das US-Haus hatte die Schätzung um 18 % für 2000 erhöht, um die gestiegenen Renditen der Spezialfonds zu berücksichtigen. Die Einstufung "Buy" mit fairen Wert von 403 Euro sei bekräftigt worden, so Händler. Im Einzelnen seien die EPS-Schätzung für 2000 auf 9,41 Euro von zuvor 7,98 Euro und für 2001 auf 10,52 Euro von zuvor 9,66 Euro verbessert worden. Die Titel stiegen um 3,3 % auf 381,80 Euro. Auch die übrigen Finanz- und Versicherungstitel gingen mit Gewinnen aus dem Handel.

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