Plus von 61 Prozent
Aventis kann Reingewinn deutlich steigern

Das französisch-deutsche Pharmaunternehmen Anvetis hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2000 einen deutlichen Gewinnanstieg verzeichnet und damit Analystenerwartungen übertroffen.

Reuters PARIS. Der Gewinn nach Steuern des weltweit drittgrößten Pharmakonzerns sei vor Sondereinflüssen um 61,3 % auf 632 Mill. Euro gestiegen, teilte Aventis am Donnerstag mit. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Ergebniszuwachs von zwischen 31 und 59 % gerechnet. Die Verbesserung der Ergebnisse sei durch das Pharmageschäft der Gesellschaft geprägt gewesen. Zudem sei Aventis bei der Umsetzung von Synergiezielen auf gutem Weg.

"Die anhaltende Verbesserung unserer Ergebnisse in den ersten sechs Monaten war erneut durch unser Pharmageschäft geprägt, das durch neue und innovative Produkte vor allem in dem wichtigen US-Markt weiterhin wächst", sagte der Finanzchef des Unternehmens, Patrick Langlois. Der Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2000 und die gestiegene Profitabilität zeigten, dass Aventis auf einem guten Weg sei, angestrebte Finanzziele zu erreichen. So seien aus der 1999 vollzogenen Fusion der ehemaligen Hoechst AG und der französischen Rhone Poulenc in der ersten Jahreshälfte 2000 Synergien in Höhe von 400 Mill. Euro gesichert worden. "Wir haben damit die Zielgröße für das gesamte Jahr gesichert", sagte Langlois. Die Gesellschaft strebt nach eigenen Angaben jährliche Einsparungen in Höhe von 1,2 Mrd. Euro an, die bis zum Jahr 2002 schrittweise erreicht werden sollen.

Ein kräftiges Umsatzwachstum in den USA ließ den Angaben zufolge die Ertragskraft im Geschäftsbereich mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, Aventis Pharma, weiter steigen. Aventis Pharma habe im ersten Halbjahr mit 7,794 Mrd. Euro 17,6 % mehr als im Vorjahreszeitraum umgesetzt. Das EBITDA-Ergebnis vor Sondereinflüssen habe sich um 21,5 % auf 1,42 Mrd. Euro erhöht. Das kräftige Gewinnwachstum sei vor allem auf die Entwicklung der Starprodukte im Halbjahr zurückzuführen, darunter das Antiallergiemittel Allegra, das Krebsmedikament Taxotere sowie das Thrombosemedikament Lovenox. Zudem habe Aventis die Zulassung für das neue Diabetes-Medikament Lantus, der Osteoporese-Arznei Actonel, und Ketek, einem neuartigen Antibiotika in der EU und in den USA erhalten.

Der Umsatz der in der Sparte Aventis Agriculture zusammengefasste Geschäfte habe im ersten Halbjahr mit 2,49 Mrd. Euro 4,4 % weniger betragen als im Vorjahr. Das EBITDA-Ergebnis der Sparte vor Sondereinflüssen sei bedingt durch positive Einflüsse von Synergien um 2,9 % auf 529 Mill. Euro gestiegen.

In den konsolidierten Life-Science-Geschäften von Aventis sei der Umsatz in den ersten sechs Monaten um 11,6 % auf 10,245 Mrd. Euro gestiegen, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Reingewinn vor Sondereinflüssen habe sich dabei um 54 % auf 576 Mill. Euro erhöht.

In den gesamten Ergebniszahlen des ersten Halbjahres werden die Kosten für den Zusammenschluss von Hoechst und Rhone Poulenc noch nicht bilanziert. Im vergangenen Jahr hatte Aventis hierfür rund 2,1 Mrd. $ an Sonderbelastungen ausgewiesen.

Der Aventis-Konzern war erst im Dezember 1999 aus der Fusion der Hoechst AG mit der französischen Rhone Poulenc entstanden. Die beiden Unternehmen hatten jeweils ihre Chemieaktivitäten verkauft oder ausgegliedert und wollen sich auf die Sparten "Pharma" und "Agriculture" konzentrieren.

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