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Pokal-Duell der Emotionen

Wiedersehen macht Freude, doch für Felix Magath kommt das brisante Pokal-Duell mit seinem Ex-Club VfB Stuttgart viel zu früh. „Leider ist dieses Spiel jetzt schon. Es wäre ein wunderschönes Finale gewesen“, bedauerte der Fußball-Trainer des FC Bayern München.

dpa MÜNCHEN. Wiedersehen macht Freude, doch für Felix Magath kommt das brisante Pokal-Duell mit seinem Ex-Club VfB Stuttgart viel zu früh. "Leider ist dieses Spiel jetzt schon. Es wäre ein wunderschönes Finale gewesen", bedauerte der Fußball-Trainer des FC Bayern München.

Beim Achtelfinal-Hit im Olympiastadion werden reichlich Emotionen im Spiel sein. "Es sollte eine schöne Veranstaltung geben", meinte Magath und bemerkte süffisant: "Ich hätte dem VfB gegönnt, dass er das Finale erreicht."

Typischen Pokal-Charakter haben die weiteren drei Mittwoch-Spiele. In diesen wollen die Bundesligisten FC Schalke 04 und Hansa Rostock auswärts gegen die Zweitligisten Eintracht Frankfurt bzw. LR Ahlen sowie der SC Freiburg bei den Amateuren des SC Paderborn gegen klassentiefere Vereine ihrer Favoritenrolle gerecht werden.

Ein Spiel wie jedes andere ist das Südderby in München nicht, weder für Magath noch für den künftigen Bayern-Rückkehrer Philipp Lahm und erst recht nicht für jene Akteure, die in Stuttgart unter Magath nicht richtig glücklich waren. Nur bei Magath-Nachfolger Matthias Sammer hält sich angesichts der strapaziösen "englischen Wochen" und immer mehr verletzten Spielern die Vorfreude in Grenzen: "Wir haben da noch so ein blödes Pokalspiel vor uns", klagte er. In München muss er auch auf Andreas Hinkel (Muskelfaserriss) verzichten. Der Einsatz des Ex-Münchners Markus Babbel ist fraglich.

Die gesunden VfB-Profis interessiert das wenig: Insbesondere Alexander Hleb, dem Magath in Stuttgart das Trikot mit der Nummer zehn verweigert hatte, oder die unter Sammer aufblühenden Silvio Meißner und Torjäger Cacau haben ihrem Ex-Coach noch etwas zu beweisen. Das weiß auch Magath: "Natürlich wird der eine oder andere VfB-Spieler sagen: 'Jetzt zeige ich es ihm!'" Das glaubt auch Timo Hildebrand: "Das Duell gegen Magath ist für die Spieler, die Probleme mit ihm hatten, zusätzliche Motivation", meinte der Torhüter, für den selbst der Vergleich mit seinem Nationaltorwart-Kollegen Oliver Kahn im Vordergrund stehen dürfte. Magath riet seinem Kapitän dagegen zu mehr Gelassenheit im Kampf um den Platz im WM-Tor 2006: "Ich würde Oliver Kahn empfehlen, das Ganze lockerer zu sehen. Er wird auch in Zukunft noch Fehler machen - und die anderen Torhüter auch."

Schwerer als die spezielle Motivation der VfB-Spieler soll für Magath die genaue Kenntnis seiner ehemaligen Mannschaft wiegen: "Ich denke schon, dass es ein Vorteil für uns ist, dass ich den VfB so gut kenne wie keine andere Elf", meinte er. In Einzelgesprächen will er seine Akteure auf die Stärken der Gegenspieler hinweisen, doch die Bayern-Stars interessiert das wenig. Sie glauben an die eigene Stärke: "Wir wollen ins Viertelfinale. Wir wollen eine Erfolgsserie starten und bis Weihnachten auch in der Bundesliga ganz oben stehen", kündigte Abwehrspieler Robert Kovac an. Die Statistik macht zumindest einen erfolgreichen Start wahrscheinlich: Seit 13 Jahren haben die Bayern kein Heimspiel im Pokal verloren und gegen den VfB wurden sogar alle vier bisherigen Heimspiele in diesem Wettbewerb gewonnen.

Auf einen Befreiungsschlag im Pokal hofft Hansa Rostock. Der Tabellenletzte und Trainer Juri Schlünz benötigen nach dem 0:4 in Stuttgart dringend Erfolgserlebnisse, zunächst in Ahlen und danach im Bundesliga-Heimspiel gegen den Hamburger SV. "Diese Woche wird entscheidend. Sie wird zeigen, wohin die Reise geht", sagte Hansas Aufsichtsratschef Horst Klinkmann.

Weit nach vorne richtete Schalkes Trainer Ralf Rangnick seinen Blick vor dem Spiel in Frankfurt. "Ich war noch nie in Berlin, noch nicht einmal in der Nähe", sagte er über seine bislang unerfüllten Finalträume. Um weiterhin auf eine Endspielteilnahme am 28. Mai 2005 hoffen zu dürfen, will er gegen die Eintracht auf eine Rotation seiner unter ihm noch ungeschlagenen Elf verzichten.

Einen heißen Tanz erwartet den angeschlagenen SC Freiburg in Paderborn: Das Stadion ist mit 9 500 Zuschauern ausverkauft, und der Tabellenvierte der Regionalliga Nord plant nach den Siegen gegen den HSV (4:2) und den MSV Duisburg (2:1) den dritten Favoritensturz. "Ich muss mein Team nicht motivieren", sagte Trainer Pawel Dotschew.

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