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Pokal-Geldquelle für BVB versiegt

Borussia Dortmund droht ein neuer Flächenbrand. Die 0:1-Niederlage im DFB-Pokal bei Hannover 96 hat die sportliche und finanzielle Krise beim ehemaligen Europapokalsieger drastisch verschärft.

dpa HANNOVER. Borussia Dortmund droht ein neuer Flächenbrand. Die 0:1-Niederlage im DFB-Pokal bei Hannover 96 hat die sportliche und finanzielle Krise beim ehemaligen Europapokalsieger drastisch verschärft.

Die dringend benötigte zusätzliche Geldquelle ist mit dem Achtelfinale-Aus versiegt, das ohnehin nicht große Selbstvertrauen der BVB-Spieler noch mehr gesunken. "Das ist bitter, aber die Einstellung der Mannschaft hat gestimmt. Man muss den Baum deshalb nicht wieder anzünden", sagte Manager Michael Meier zu der Situation bei dem mit rund 118 Mill. Euro verschuldeten Revierclub.

Ein Weiterkommen im DFB-Pokal mit der Aussicht auf Qualifikation für den Uefa-Cup hatte auch für Reinhard Rauball hohe Priorität. "Es war ein sehr wichtiges Spiel, aber wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen und die Lage dramatisieren", sagte der designierte BVB-Präsident. Rauball wollte kein Öl ins Feuer gießen. Der Rechtsanwalt soll auf der Mitgliederversammlung zum Nachfolger von Gerd Niebaum gewählt werden. Der bisherige BVB-Chef, der Geschäftsführer bleiben will, wird nach der Pokal-Pleite den Zorn seiner Gegner auf der Aktionärsversammlung mehr den je zu spüren bekommen.

Die Zukunftsperspektive - wichtigstes Barometer an der Börse - sieht bei der durch zahlreiche Verletzungen gebeutelten Dortmunder Mannschaft nicht rosig aus. "Tomas Rosicky und Guy Demel waren die Ausfälle Nummer 13 und 14. Das sind zu viele", lautete die Analyse von Trainer Bert van Marwijk nach 90 spannenden Pokal-Minuten im Dauerregen. "Wir haben nur ein Ziel, und das ist Überleben", fügte der Niederländer hinzu.

Die BVB-Mannschaft, in der Amateure wie der 20-jährige Innenverteidiger Markus Brzenska standen, wehrte sich gegen das sehr selbstbewusst spielende 96-Team im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten. Die Dortmunder Spieler rannten, grätschten und ackerten unter der Regie ihres Kapitäns Christian Wörns sehr ordentlich, ein "Kampf auf Biegen und Brechen" mit letzter Leidenschaft war es aber nicht.

"Dortmund hat uns alles abverlangt", lobte 96-Trainer Ewald Lienen den Gegner. Doch nach dem einzigen Tor von Sylvio Schröter (59.) war es vor allem Schiedsrichter Franz-Xaver Wack (Biberach), der aus dem Spiel einen packenden Pokal-Fight machte. "Ich denke, dass er heute etwas durcheinander war. Ich bin kein Trainer, der Schiedsrichter beschimpft", sagte BVB-Coach van Marwijk, der nach einer Roten Karte in der 72. Minute auf die Tribüne musste.

Wack "schenkte" jedem Team zudem einen fragwürdigen Elfmeter und heizte damit die Stimmung in der mit 38 764 Zuschauern gut gefüllten AWD-Arena an. Doch sowohl 96-Stürmer Thomas Christiansen (81.) als auch der Dortmunder Ewerthon (84.) zielten am Tor vorbei. Der schnelle Brasilianer hatte sich zuvor in der ersten Halbzeit drei gute Chancen selbst erarbeitet, konnte sie aber nicht nutzen.

Nach dem Aus im UI-Cup und DFB-Pokal kann sich Borussia Dortmund sportlich auf den Überlebenskampf in der Bundesliga konzentrieren. Doch da kommt es knüppeldick. Für das Spiel in Kaiserslautern fehlen neben dem gesperrten Dänen Niclas Jensen wahrscheinlich Spielmacher Rosicky (Rückenprobleme) und Verteidiger Demel. Er zog sich in Hannover einen Muskelfaserriss zu.

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