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Pokal-Hit: Osnabrück hofft auf neuen „Bayern-Killer“

Am 23. September 1978 avancierte Andreas Wagner zum umjubelten Pokal-Helden - und fast auf den Tag genau 26 Jahre später hofft ganz Osnabrück auf einen neuen „Bayern-Killer“.

dpa MÜNCHEN. Am 23. September 1978 avancierte Andreas Wagner zum umjubelten Pokal-Helden - und fast auf den Tag genau 26 Jahre später hofft ganz Osnabrück auf einen neuen "Bayern-Killer".

Mit seinen drei Toren gegen Sepp Maier hatte der damals 24 Jahre alte Fußball-"Nobody" Wagner den Löwenanteil am 5:4-Sensationssieg des damaligen Zweitligisten im Münchner Olympiastadion. Zu den blamierten Stars im Team des FC Bayern gehörten auch Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß, doch beim Wiedersehen mit dem Regionalligisten im Osnatel-Stadion soll es für den Rekord- Pokalsieger kein neuerliches böses Erwachen geben: "Da gibt es nur eines: Einen klaren Sieg", forderte Vorstandschef Rummenigge.

Osnabrück gegen Bayern vor 18 200 Zuschauern an der Bremer Brücke ist fraglos der Hit zum Auftakt der 2. Pokal-Runde. Keine 48 Stunden nach dem Abpfiff am Sonntagabend im Kampf um Punkte kommt es in Freiburg zum erneuten Duell des Sportclubs mit dem VfL Bochum. Nach dem "müden" 1:1 wird es bei der Neuauflage zumindest einen Sieger geben, notfalls nach Verlängerung und Elfmeterschießen. VfL-Trainer Peter Neururer fürchtet beim dritten Spiel seines Teams innerhalb von sechs Tagen den Kräfteverschleiß: "In einer Verlängerung könnten wir Probleme kriegen."

Unangenehme Auswärts-Aufgaben stehen auch den Bundesliga- Aufsteigern FSV Mainz 05 beim Karlsruher SC und Arminia Bielefeld bei den Amateuren des 1. FC Köln bevor, während der 1. FC Nürnberg ein scheinbar leichtes Heimspiel gegen LR Ahlen zugelost bekam. "Das ist kein Selbstläufer", warnte jedoch "Club"-Trainer Wolfgang Wolf seine Spieler vor Überheblichkeit. Eröffnet wird die 2. Hauptrunde durch die Amateure des SC Paderborn, die 31 Tage nach ihrem 4:2-Erfolg gegen den Hamburger SV gegen den MSV Duisburg für eine weitere Überraschung sorgen wollen.

Osnabrücks Trainer Claus-Dieter Wollitz brachte die Ausgangslage vor dem ungleichen Duell mit Bayerns Star-Ensemble auf den Punkt: "Wir haben eigentlich keine Chance, aber die wollen wir mit aller Macht nutzen", sagte der Ex-Profi, der mit seiner Mannschaft nach dem Abstieg aus der 2. Liga in der Regionalliga Nord nach acht Spielen nur den zehnten Platz belegt. Immerhin: Die Generalprobe gelang mit einem 4:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf, bei dem Thomas Reichenberger drei Tore erzielte. Der 29-Jährige stand einst in Frankfurt - unter dem damaligen Eintracht-Trainer Felix Magath - vor dem Durchbruch als Stürmer in der Bundesliga. Aber die großen Träume zerplatzten.

Immerhin hat sich Reichenberger pünktlich vor dem "Spiel des Jahres" als Wagner-Nachfolger empfohlen. Der damals von einigen Medien zum "Bayern-Killer" hochgejubelte Straßenfußballer aus Hamburg verkraftete den schnellen Ruhm jedoch nicht und stellte nach seiner Karriere selbstkritisch fest: "Ich war doch nie ein guter Profi."

Mit professioneller Einstellung will Magath nach dem Happy-End von Dortmund (2:2) einen Rückschlag vermeiden. "Die Hütte ist voll, die Spieler werden um ihr Leben rennen, das wird keine einfache Partie", warnte Magath, der kurzfristig neben Michael Ballack auch den Ausfall von Oliver Kahn, Samuel Kuffour (beide Magen-Darm-Virus) und Tobias Rau (Adduktoren-Probleme) verkraften muss. Immerhin: Am 12. Dezember 2001 gewannen die Bayern - ebenfalls ohne Kahn - schon einmal in der 2. Pokal-Runde mit 2:0 (Tore: Jancker, Scholl) in Osnabrück. Im Angriff wird Claudio Pizarro nach seinem Kurz-Comeback in Dortmund erstmals von Anfang an neben Roy Makaay stürmen. "Ich bin überzeugt, dass er ein wichtiger Faktor dafür wird, dass unser Spiel besser wird", meinte Magath.

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