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Pokal-Krimis am laufenden Band

Zwergen-Aufstand im DFB-Pokal: Gleich drei von sieben Zweitrunden-Partien entschieden die unterklassigen Mannschaften für sich. Nur mit viel Mühe setzten sich die „Fußball-Riesen“ des FC Bayern München gegen den VfL Osnabrück durch.

dpa STUTTGART. Zwergen-Aufstand im DFB-Pokal: Gleich drei von sieben Zweitrunden-Partien entschieden die unterklassigen Mannschaften für sich. Nur mit viel Mühe setzten sich die "Fußball-Riesen" des FC Bayern München gegen den VfL Osnabrück durch.

"Es war ein wunderbarer Abend für alle Fußball-Freunde", kommentierte Bayern-Trainer Felix Magath süffisant das spannungsgeladene Spiel, in dem der Regionalligist zwischenzeitlich 2:1 geführt hatte.

Roy Makaay hatte dem deutschen Fußball-Rekordmeister den 3:2 (1:1)-Sieg gegen die Amateure erst in der Nachspielzeit beschert. "Man kann gegen die Bayern verlieren, aber so ist es schon bitter", sagte Osnabrücks Coach Claus-Dieter "Pelé" Wollitz enttäuscht. Er konnte sich einen Seitenhieb gegen Bayern-Manager Uli Hoeneß, der mit seinem Team "sehr zufrieden" war, nicht verkneifen: "Er hatte offenbar einen schlechten Platz, anders kann ich mir die Spielbewertung nicht erklären."

Schlechter als den Bayern erging es dem 1. FC Nürnberg. Der Bundesliga-Aufsteiger blamierte sich nach einer 2:0-Halbzeitführung noch mit 2:3 (2:2, 0:2) nach Verlängerung gegen LR Ahlen. Nach der Gelb-Roten Karte für Gledson schoss Musemestre Bamba (113.) den Siegtreffer für den Zweitligisten in Unterzahl. "Ich weiß nicht, ob wir uns nur als Underdog wohlfühlen", meinte Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader.

Einen überzeugenden 2:1 (1:1)-Erfolg feierte der Regionalliga- Zweite SC Paderborn gegen den Zweitliga-Dritten MSV Duisburg. "Unsere Mannschaft hat sich selbst ein Denkmal gesetzt. Jetzt wollen wir noch mehr erreichen", sagte der Paderborner Vereins-Präsident Wilfried Finke, dessen Team in der ersten Runde bereits den Hamburger SV aus dem Pokal-Wettbewerb geworfen hatte. Die Duisburger konnten den offensivstarken Ostwestfalen nicht Paroli bieten und bezog eine verdiente Niederlage. "Vor allem in der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft. Ich hatte keinen Zweifel am Sieg", sagte SC- Trainer Pawel Dotschew.

Der Karlsruher SC zog durch ein 3:0 (1:1, 1:1, 0:0) im Elfmeterschießen gegen den Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz ins Achtelfinale ein. "Wir haben vieles richtig gemacht. Das Entscheidende allerdings falsch", resümierte FSV-Trainer Jürgen Klopp. Held des Abends war der KSC-Torhüter Markus Miller, der beim Elfmeterschießen zwei Schüsse parierte. "Es war wichtig für die Mannschaft, einen großen Gegner geschlagen zu haben", freute sich Trainer Lorenz-Günther Köstner.

Der VfL Bochum verabschiedete sich 48 Stunden nach dem Bundesliga- Unentschieden (1:1) an gleicher Stätte mit einer 2:3 (2:2, 1:1)- Niederlage nach Verlängerung beim SC Freiburg aus dem Wettbewerb. Der Sportclub feierte Regis Dorn, den Torschützen zum 2:2 (65.) und 3:2 (116.). "Wenn ich gut spiele, komme ich automatisch näher an die erste Mannschaft", sagte der blonde Franzose, den die Zuschauer mit "Allez les Bleus"-Rufen gefordert hatten. SC-Coach Volker Finke sieht ihn jedoch weiter in der Jokerrolle. "Ich möchte das pflegen, solange es erfolgreich ist."

Arminia Bielefeld tat sich trotz einer 2:0-Führung nach bereits 100 Sekunden beim 4:2 (0:3) gegen die Regionalliga-Amateure des 1. FC Köln sehr schwer. Der Bundesliga-Aufsteiger durfte sich zwar über einen Geldregen von 400 000 ? freuen, musste den Einzug ins Achtelfinale aber teuer bezahlen. Marco Küntzel zog sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und fällt nach Angaben von Trainer Uwe Rapolder "zwei bis drei Wochen" aus.

Passend zu einem packenden Pokalabend mit Außenseiter-Siegen setzten sich im Zweitliga-Duell zwischen Aufstiegsaspirant 1860 München und Kellerkind Eintracht Trier die Gäste mit einem 4:3 (0:0)- Sieg im Elfmeterschießen durch.

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