Pokalhelden Franca, Vander und Suker
Leverkusen zittert vor Haching

Vorjahresfinalist Bayer Leverkusen hält sich im "Cup der Hoffnung" schadlos und zittert vor der SpVgg Unterhaching. Der Regionalliga-Vertreter, der Leverkusen vor zwei Jahren im letzten Augenblick die Meisterschaft vermasselt hatte, bleibt als einziger Drittligist im Topf zur Viertelfinal-Auslosung im DFB-Pokal am Samstag im ZDF-Sportstudio.

HB/dpa HAMBURG. Ein Traumlos für den 4./5. Februar muss es nach dem 3:2-Sieg über Hansa Rostock nicht gleich sein. Unterhachings Doppel-Torschütze Angelo Vaccaro, unter dessen Dress zwei Mal ein T-Shirt mit der Aufschrift "Angel-gol" zum Vorschein kam (57., 70.), will als Gegner "nicht gerade den FC Bayern oder Leverkusen. Erstmal noch einen einfachen, dann können sie alle kommen", sagte der Italiener.

In der Regionalliga Süd arbeiten sich die nach einem Prozessmarathon in die Drittklassigkeit versetzen Bayern gerade wieder nach oben. Die Punktspiele sind deshalb das Wichtigste. "Das war ein schönes Gefühl, so ein bisschen wie früher", schwärmte Alexander Strehmel, der Schütze zum 1:1 (54.), fügte jedoch hinzu: "Jetzt geht der Alltag wieder los." Ein bisschen "Berliner Luft" zu schnuppern, tut dem auf Platz zwei stehenden Ex-Bundesligisten nach dem erstmaligen Vorstoß ins Viertelfinale trotzdem gut.

In Leverkusen jedenfalls wäre Nervenflattern programmiert, wenn der nächste Gegner Unterhaching hieße. Der Champions-League-Teilnehmer hatte den mühevollen 2:1-Erfolg über Waldhof Mannheim seinem brasilianischen Stürmer Franca zu verdanken. Der 8,5 Mill. ? teure Einkauf deutete gegen das Zweitliga-Schlusslicht erstmals seine Klasse an, schoss das erste Tor selbst (44.) und holte auch den von Bernd Schneider verwandelten Foulelfmeter heraus (75.). Nach zuletzt fünf sieglosen Spielen in Serie stellte Trainer Klaus Toppmöller den Matchwinner auch besonders heraus: "Das war für den Jungen ein Riesenspiel. Endlich hat er die Bleischuhe ausgezogen und gezeigt, was er kann."

Das tat auch Christian Vander. Der Ersatz-Torhüter des VfL Bochum war nach zuletzt schwachen Vorstellungen beim 1:0-Sieg in Hamburg wie ein Fels in der Brandung. "Der Sieg gebührt allein ihm", urteilte Trainer Peter Neururer, obwohl Nationalspieler Paul Freier für das entscheidende Tor gesorgt hatte (35.) und damit die HSV-Serie von sechs Spielen ohne Niederlage beendete. "Drei Punkte in der Meisterschaft wären mir lieber gewesen", sagte Neururer vor dem zweiten Aufeinandertreffen innerhalb von sechs Tagen. Am Sonntag spielt der Aufsteiger in der AOL-Arena um Bundesliga-Punkte. Für den HSV ist die Meisterschaft nach dem Pokal-Aus die einzige Chance, sich noch für das erklärte Ziel Europacup zu qualifizieren.

Die Münchner "Löwen" rangieren in der Bundesliga als Sechste einen Platz vor dem HSV und haben außerdem wie im Vorjahr das Viertelfinale erreicht. Nach dem 0:1-Rückstand gegen Zweitligist Rot-Weiß Oberhausen behielt Trainer Peter Pacult kühlen Kopf. Er wechselte Schlitzohr Davor Suker ein. Der Kroate, Torschützenkönig der WM 1998 und zwischenzeitlich schon auf dem Abstellgleis, erzielte den Ausgleich (63.) und holte fünf Minuten vor Schluss auch den von Thomas Häßler verwandelten Elfmeter zum 2:1 heraus. "So ist der Davor. Er hat einfach die Klasse", dankte Pacult seinem Retter.

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