Poker um Kirchs Springer-Paket
WAZ hat Konkurrenz aus der Schweiz

Im Poker um den Anteil Leo Kirchs am Axel Springer Verlag sitzt auch der Schweizer Medienkonzern Ringier am Tisch. Kirch verhandele seit einigen Wochen parallel mit dem Essener WAZ-Konzern und Ringier über den Kauf seines 40-Prozent-Pakets, sagte ein Kirch-Vertrauter am Dienstag in München.

HB MÜNCHEN/BERLIN. "Am Ende entscheidet wahrscheinlich der Preis." Da der Springer Verlag den Einstieg der WAZ um jeden Preis verhindern wolle, habe auch er Gespräche mit Ringier aufgenommen. Dies berichteten das "Handelsblatt" unter Berufung auf Springer-Kreise am Dienstag.

Springer-Sprecherin Edda Fels sagte dazu, der Verlag nehme zu Spekulationen keine Stellung und werde sich zum gegebenen Zeitpunkt über einen Käufer äußern. Auch bei Ringier wollte niemand den Bericht kommentieren. Der Schweizer Verlag, der unter anderem die Boulevardzeitungen "Blick" und "Blick am Sonntag" heraus gibt, ist nach Angaben des Kirch-Vertrauten bereit, mehr für das Paket zu zahlen als die WAZ. Der Essener Verlag soll angeblich 960 Mill. Euro geboten haben. Die WAZ hatte Berichte über die Höhe eines möglichen Kaufpreises mehrfach als reine Spekulation bezeichnet.

Friede Springer muss dem Verkauf zustimmen

Wie die beiden Zeitungen unter Berufung auf die Springer-Kreise berichten, seien das Zeitungshaus und Ringier von einer Übereinkunft weit entfernt. Mehrheitsaktionärin Friede Springer wolle Forderungen des Konzernchefs Michael Ringier nach einem weit reichenden Einfluss in Europas größtem Verlagshaus so wie nach einem Posten im Aufsichtsrat nicht nachgeben. Sollten sich beide Seiten einig werden, wolle Ringier den Springer-Anteil von Kirch zusammen mit mehreren ausländischen Großbanken erwerben.

Da es sich bei Kirchs Springer-Paket um vinkulierte Namensaktien handelt, muss Friede Springer dem Verkauf zustimmen. Die WAZ-Gruppe hatte vom Vorstand des Springer-Verlages verlangt, er müsse alle Kaufangebote im Interesse der freien Aktionäre prüfen. Leo Kirch darf zunächst noch bis zum 10. September über das Springer-Paket verfügen. Dann entscheidet das Münchner Landgericht über seinen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung, ob die Frist bis zum Monatsende verlängert wird. Spätestens bis dahin muss Kirch den Verkauf seines Springer- Pakets unter Dach und Fach bringen, da das Paket sonst der Deutschen Bank zufällt. Sie hatte einen Kredit mit der Springer-Beteiligung besichert.

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