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Polarforscher erwarten Schub für durch neue Technik

Bremerhaven (dpa) - Zur Erforschung der geheimnisvollen Schelfeisgebiete in der Antarktis setzen Wissenschaftler zunehmend auf neue Unterwassertechnik. Wertvolle wissenschaftliche Daten der Unterwasserwelt lieferten auch mit speziellen Messgeräten ausgestattete Meeressäugetiere.

Bremerhaven (dpa) - Zur Erforschung der geheimnisvollen Schelfeisgebiete in der Antarktis setzen Wissenschaftler zunehmend auf neue Unterwassertechnik. Wertvolle wissenschaftliche Daten der Unterwasserwelt lieferten auch mit speziellen Messgeräten ausgestattete Meeressäugetiere.

«Es gibt derzeit weltweit einen richtigen Schub bei der Entwicklung unbemannter autonomer Unterwasserfahrzeuge», sagte der Biologe Joachim Plötz vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI/Bremerhaven) der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Zusammen mit Veterinärmediziner Horst Bornemann hat Plötz in den vergangenen Jahren das Tauch- und Fressverhalten von Weddellrobben und anderen Meeressäugern in der Antarktis untersucht. Die Tiere werden vorübergehend betäubt, mit Kameras und Sendern ausgestattet und wieder in die Freiheit entlassen. Ein dreidimensionaler Kompass zeigt den Wissenschaftlern den Weg der Robben durch das Wasser an. Die Daten geben exakt Aufschluss darüber, wann, wie oft und in welcher Tiefe die Robben Nahrung aufnehmen, bevor sie zum Atmen wieder auftauchen müssen.

«Mit konventionellen Methoden der Fischerei lässt sich kaum feststellen, welche Organismen am Meeresgrund und unter den hunderte Kilometer langen Schelfeiszonen der Antarktis sind», erklärten Plötz und Bornemann den Einsatz von Robben für die Biologie. Auch Ozeanographen nutzten die Tiere als «Plattformen» zur Datenerfassung, etwa in Flachwasserzonen oder in dichten Packeisgürteln, die Eisbrecher nicht mehr durchdringen könnten.

«Robben im Dienst der Forschung werden die Chancen von Unterwasserfahrzeugen zwar nicht ersetzen, aber die jeweils erfassten Daten ließen sich sinnvoll ergänzen», schränkte Bornemann ein. Anders als unbemannte Robotervehikel könnten die Tiere etwa mit ihren feinen Sinnesorganen in großer Wassertiefe Fische und kleinste Lebewesen aufspüren.

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