Polaroid entwickelt neue Verfahren für den digitalen Fotodruck
Digitale Sofortbilder entstehen im Sekundentakt

Das Sofortbild hält Einzug ins Digitalzeitalter: Mit neuen Druckverfahren will Polaroid sein Kerngeschäft aufblühen lassen. Auch Display-Inhalte vom Handy und PDA können unterwegs gedruckt werden.

NEW YORK. Zwei neue Verfahren sollen nach den Wünschen des Polaroid-Chefs Gary T. DiCamillo den Fotodruck revolutionieren. Sein Versprechen: digitale Sofortbilder so schnell, billig und umweltfreundlich wie noch nie. Für die Übermittlung dieser Vision war DiCamillo der New Yorker Szenetreffpunkt Digital Sandbox gerade gut genug. Unter den Codenamen Opal und Onyx präsentierte er dort die Techniken, die Polaroid helfen sollen, die aktuelle Krise zu meistern. Während Opal vollfarbige Digitalbilder liefert, handelt es sich bei Onyx um ein monochromes Drucksystem. Noch in diesem Jahr sollen erste Geräte auf den Markt kommen.

"Wir werden einfache und leicht zu handhabende Sofortbilddrucker bieten und vor allem auch die Verbrauchsmaterialien für den digitalen Sofortdruck liefern", verspricht der Polaroid-Chef. Bereits seit Jahren forscht der Kamerahersteller nach einer Möglichkeit, die Vorzüge der Sofortbildfotografie auf die digitale Bilderwelt zu übertragen. Erste Ansätze dazu hat Polaroid bereits in Kooperation mit Olympus gezeigt. Die beiden Unternehmen haben gemeinsam eine Digitalkamera mit integriertem Sofortbilddrucker entwickelt.

Nachdem sich das Unternehmen bereits bei digitalen Kameras einen beachtlichen Marktanteil sichern konnte, will man jetzt die Brücke zum digitalen Sofortbild schlagen, das auch durch seine Bildqualität überzeugen soll. Die beiden dafür von Polaroid entwickelten Verfahren setzen auf Chemie und Wärme.

Zwar wird Wärme bereits heute bei einigen kommerziellen Printverfahren wie zum Beispiel beim Thermo-Sublimationsdruck, bei der Thermo-Autochrometechnik und den Thermo-Tintenstrahldruckern zur Bilderzeugung eingesetzt. Doch trotz hoher Qualität sind diese Verfahren untauglich für den Massenmarkt: Sie sind zu teuer, umständlich oder langsam. Opal und Onyx seien für schnelle Resultate und hohe Mobilität durch Batteriebetrieb ausgelegt, sagte DiCamillo.

Bei Onyx ist die zu aktivierende Chemie bereits im Fotopapier eingelagert. Das mache Onyx-Drucker einfach und preiswert. Das Verfahren basiert auf der Transformation farbloser Teilchen in einen farbigen Zustand. Es ähnelt dem bekannten Lackmustest: Bei Hitzeeinwirkung reagieren der Entwickler und die farbbildenden Teilchen. Dieser von Faxgeräten bekannte Prozess wurde von Polaroid so weiterentwickelt, dass er heute monochrome Bilder in Fotoqualität liefert. Onyx-Drucker könnten nach den Plänen von Polaroid vor allem an PDA (Personal Digital Assistents), Mobiltelefone und Digitalkameras angeschlossen werden. Hersteller dieser Geräte sollen als Partner bei der Vermarktung helfen.

Das Opal-Verfahren ist für den professionellen Betrieb in Mini-Fotolabors und Kiosk-Printsystemen gedacht: Die Methode kombiniert die konventionelle Thermo-Transfertechnik mit dem Inkjetdruck. Mit Wärme wird die Farbe von einer Spenderfolie auf ein Empfängerblatt übertragen. Ein neuer chemischer Mechanismus sorgt für den Transfer der Farben in Form von farbigen Tinten. Das erlaubt blitzschnelles Drucken und einen effizienten Energieverbrauch bei hoher Bildqualität.

Die Opal-Folie besteht aus einem extrem dünnen Substrat, das mit einer neuartigen, chemischen Substanz beschichtet wird, die Polaroid vereinfacht als feste oder "gefrorene Tinte" bezeichnet. Sie besitzt drei Besonderheiten: Sie verflüssigt sich bei Hitzeinwirkung extrem schnell. Sie verfügt über eine hohe Farbstoffkonzentration, die für eine starke Farbintensität sorgt. Und sie besitzt eine extrem niedrige Viskosität (Fließfähigkeit). Diese Eigenschaften erlauben einen sehr schnellen Transport der Farbe in das - und nicht auf das - ebenfalls neu entwickelte Empfängermaterial. Dieses verfügt über ein System von ultrafeinen Röhrchen an der Oberfläche, in die die Tinte eindringt.

Ein Farbbild entsteht, indem nacheinander die Schichten für Cyan-Blau, Magenta und Gelb aufgetragen werden. Nach dem Farbauftrag wird der Ausdruck mit einer ebenfalls durch Wärme aufgebrachten Schutzschicht versiegelt. Für die Ausgabe eines Fotos in Standardgröße (10 x 15 cm) benötigt ein mit nur einem Druckkopf ausgestatteter batteriebetriebener Printer etwa 30 Sekunden. Das Ergebnis lässt sich von einer herkömmlichen Fotografie nicht mehr unterscheiden.

Für mobile Drucker oder Desktop-Geräte sind 30 Sekunden für die Ausgabe eines digitalen Fotos schon ein bedeutender Fortschritt. Durch paralleles Drucken aller Grundfarben und den Einsatz mehrerer Druckköpfe könne der Druck weiter beschleunigt werden, so der Hersteller. Polaroid will Opal-Drucker für kommerzielle Anwendunger in Mini-Labs oder Kiosk-Systemen entwickeln. Ziel sind Standardprints in Sekundenschnelle.

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