Polens Mineralölkonzern mit weitreichenden Plänen
PKN tritt gegen die Ölmultis an

Der in Polen führende Mineralölkonzern PKN Orlen hat weitreichende Pläne. In Norddeutschland will das Unternehmen bis zum Jahr 2010 einen Marktanteil von 10 % erreichen.

HAMBURG. In Ungarn ist PKN nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Zbigniew Wrobel am Energiekonzern Mol interessiert und bemüht sich um den 23 %igen Anteil, den die staatliche ungarische Privatisierungsagentur APV an Mol hält. Außerdem will PKN gemeinsam mit MOL bei der Privatisierung der tschechischen Unipetrol mitbieten.

Jean-Jacques Verschueren, Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Tochter Orlen Deutschland GmbH, Elmshorn, stehen bis zum Jahr 2010 jährlich 30 Mill. Euro zur Verfügung, um das Tankstellennetz insgesamt rund 210 Stationen zu erweitern. Wie Verschueren gegenüber dem Handelsblatt erläutert, denkt er an neue Autohöfe entlang der Autobahn A 20 sowie an den Kauf oder Tausch bestehender Standorte mit Wettbewerbern.

An diesem Freitag wird in Berlin die erste Orlen-Tankstelle eröffnet. Sie stammt aus der Übernahme der 494 Stationen, die BP/Aral im Zuge der Fusion auf Geheiß des Bundeskartellamtes hatte verkaufen müssen. Damit verfügt der polnische Konzern von Start weg über 5 % Marktanteil in Norddeutschland. PKN Orlen hatte die Tankstellen für 140 Mill. Euro erworben. Nach Abzug von rund 60 Mill. Euro Lieferantenverbindlichkeiten für Kraftstoffe dürften BP/Aral damit 80 Mill. Euro zugeflossen sein.

Kundenbindungsprogramm

Beim Einstieg in Deutschland hat sich Orlen, nach Verschuerens Worten für eine Zwei-Marken-Strategie entschieden. Die A-Marke läuft unter dem Namen "Orlen". Den Namen der B-Marke will Verschueren noch nicht nennen, da die Verhandlungen über den Kauf einer kleinen Marke nicht abgeschlossen sind. Verschueren sagt allerdings: "Wir wollen keinen Preiskrieg in Deutschland." Zwei Tankstellen wurden wegenUnwirtschaftlichkeit geschlossen, weitere werden wohl folgen.

Um für Kunden attraktiv zu werden, arbeitet Orlen Deutschland für die Orlen-Tankstellen derzeit an einem Kundenbindungsprogramm, das auf Bonuspunkten beim Einkauf beruhen dürfte. Dieses Bonusprogramm werde nicht auf die B-Marke ausgedehnt. Ähnliche Bonusprogramme praktizieren bereits Esso, Shell und Aral.

Zusammen mit PKN Orlen in Polen untersucht Verschueren die Möglichkeiten einer Flottenkarte. "Hier brauchen wir Kooperationspartner," weiß Verschueren. So gäbe es auch Gespräche mit internationalen Kartenorganisationen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Die Belieferung der Tankstellenshops wird Lekkerland-Tobaccoland übernehmen. Die Versorgung der Stationen mit Benzin und Diesel erfolgt über deutsche Raffinerien. Damit wurde der Plan verworfen, die Stationen aus den beiden polnischen PKN Raffinerien zu befüllen. Sie stellen die in Deutschland geforderten schwefelfreien Qualitäten nicht her, sagt Verschueren.

In diesem Jahr rechnet Verschueren mit einem Absatz von 1,4 Mrd. Liter und auf Grund der Anlaufkosten- 25 Mill. Euro für die Umflaggung aller Stationen - mit einem leicht negativen Ergebnis. Vorausgesetzt die Tankstellenmargen rutschen nicht wieder in den Keller. Verschueren: "Ab 2004 rechnen wir mit positiven Zahlen."

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