Politbarometer
Möllemann-Streit hat kaum Auswirkungen

Die erbitterten Auseinandersetzungen um Antisemitismus und Rechtspopulismus haben die Umfragewerte der Parteien in Deutschland kaum verändert. Das am Freitag veröffentlichte ZDF-Politbarometer registrierte für keine der Bundestagsparteien Veränderungen von mehr als einem Prozentpunkt im Vergleich zur Umfrage vor zwei Wochen.

dpa MAINZ. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen Union und FDP auf eine knappe Mehrheit im Parlament. Nach der von den Demoskopen errechneten Projektion erhielten CDU/CSU 40 Prozent (-1 im Vergleich zu Mitte Mai), FDP 9 (+1), SPD 35 (-1), Grüne unverändert 6, PDS unverändert 5.

Auf die Frage "Wen hätten Sie lieber als Bundeskanzler?" hat sich der Abstand zwischen Amtsinhaber Gerhard Schröder (SPD) und Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) erneut vergrößert. Während Schröder unverändert auf 51 Prozent kam, fiel Stoiber um 2 Prozentpunkte auf 39 Prozent zurück.

Auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland konnten die bisherigen Spitzenreiter, Außenminister Joschka Fischer (Grüne) und Kanzler Schröder, noch leicht zulegen. Stoiber, aber vor allem FDP-Chef Guido Westerwelle mussten Einbußen hinnehmen. Fischer erhielt auf der Skala von +5 bis-5 den Wert 1,9 (+0,1), Schröder 1,3 (+0,1), CDU-Chefin Angela Merkel 0,9 (-0,1), Innenminister Otto Schily (SPD) 0,7 (-0,2), Finanzminister Hans Eichel (SPD) 0,6 (-0,2), Stoiber 0,5 (-0,3), Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) unverändert 0,3, Westerwelle 0,3 (-0,5), Berlins Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS)-0,6 (-0,1), Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) unverändert-1,4.

Im Streit zwischen FDP-Vize Jürgen Möllemann und dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, halten 28 Prozent Möllemanns Vorwurf für gerechtfertigt, Friedman fördere durch sein Auftreten und seine Äußerungen antijüdische Haltungen. 42 Prozent halten dies für nicht gerechtfertigt, und 30 Prozent wollen oder können sich nicht äußern. Bei den FDP-Wählern halten 40 Prozent den Vorwurf für richtig, nicht gerechtfertigt 37 Prozent, 23 Prozent äußern sich nicht.

Für das Politbarometer befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen in der Zeit vom 24. bis 29. Mai 1312 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung, die Fehlertoleranz beträgt bei den großen Parteien 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren etwa 1,4 Punkte.

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