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Politbarometer: Volksparteien verlieren Zuspruch

Berlin (dpa) - Nach den Niederlagen bei der Europa- und der Thüringen-Wahl bleibt die SPD im Abwärtstrend. Im ZDF-Politbarometer sinkt die Partei bei der «Sonntagsfrage» der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen auf einen neuen Tiefstwert. Auch die Union verliert Zuspruch.

Berlin (dpa) - Nach den Niederlagen bei der Europa- und der Thüringen-Wahl bleibt die SPD im Abwärtstrend. Im ZDF-Politbarometer sinkt die Partei bei der «Sonntagsfrage» der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen auf einen neuen Tiefstwert. Auch die Union verliert Zuspruch.

Grüne und PDS verbuchten dagegen Gewinne, meldete das ZDF am Freitag auf seiner Internetseite.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, erhielte die SPD 27 Prozent (Mai: 29), ihr schlechtester Wert seit es das Politbarometer gibt. Die Union käme nur noch auf 46 Prozent (-2 Punkte). Die Grünen verbesserten sich in der repräsentativen Umfrage auf 11 Prozent (+2), die FDP auf 7 Prozent (+1) und die PDS auf 5 Prozent (+1). Eine Koalition aus CDU/CSU und FDP hätte demnach eine klare Mehrheit im Bundestag.

In der politischen Stimmung, wenn längerfristige Überzeugungen und taktische Überlegungen der Wähler weniger stark zur Geltung kommen, fallen die Einbußen der großen Parteien noch drastischer aus: Die SPD kommt nur noch auf 22 Prozent (-5), CDU und CSU verlieren 4 Punkte und erreichen nur noch 46 Prozent. Die Grünen verbessern sich auf 15 Prozent (+5), FDP und PDS liegen bei jeweils 6 Prozent. Dabei verbessert sich die PDS um 2 Punkte, das Ergebnis der FDP ist unverändert.

Die Ankündigung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), dass er trotz der Verluste bei den Wahlen an seinem Reformkurs festhalten will, finden 53 Prozent aller Befragten gut, 44 Prozent nicht. Vor allem bei den SPD-Anhängern findet er großen Rückhalt (83 Prozent), aber auch bei den Anhängern der Grünen (72) und der FDP (64). Selbst 44 Prozent der Unionsanhänger und 42 Prozent der PDS-Anhänger finden das gut.

Die starken Veränderungen haben ihre Ursache laut Forschungsgruppe auch in der immer größeren programmatischen Annäherung der Parteien, die zum einen den Wechsel zwischen den Parteien für viele Wähler erleichtert und zum anderen die Parteien auch immer weniger unterscheidbar machen: Dies werde besonders bei Eigenschaften von Parteien deutlich, die in der Vergangenheit vor allem die SPD für sich reklamiert hatte. So bringen zur Zeit nur noch 31 Prozent die Eigenschaft «sozial» am ehesten mit der SPD in Verbindung, 25 Prozent aber eher mit der CDU/CSU. Im November 1996 wiesen diese Eigenschaft noch 53 Prozent der SPD und nur 18 Prozent der CDU/CSU zu.

Die Forschungsgruppe Wahlen hatte zwischen dem 22. und 24. Juni 1230 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4.

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