Politbüro-Ausschuss erweitert
Hu Jintao neuer Chef der Kommunisten in China

Chinas Vizepräsident Hu Jintao hat am Freitag die Führung der Kommunistischen Partei Chinas übernommen. Er kündigte an, die Wirtschaftsreformen in dem bevölkerungsreichsten Land der Welt voranzutreiben.

Reuters PEKING. Der 59-jährige Hu steht künftig an der Spitze des engsten Führungszirkels der Partei, dem Ständigen Ausschuss des Politbüros, das auf neun Mitglieder erweitert wurde. Der scheidende Vorsitzende Jiang Zemin (76) leitete einen Generationswechsel in der Führung ein, behält aber großen Einfluss. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, Jiang werde Chef der Zentralen Militärkommission bleiben.

An dem 16. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas in Peking nahmen mehr als 2000 Delegierte teil. Partei und Volk würden enger zusammenstehen und darauf hinarbeiten, die Reformen in China, die Öffnung und Modernisierung voran zu treiben, sagte Hu laut Xinhua. Zweiter in der Hierarchie hinter ihm ist Wu Bangguo. Es wurde erwartet, dass Wu im März das Amt des Ministerpräsidenten oder des Parlamentspräsidenten übernimmt.

Der Ständige Ausschuss wurde um zwei Mitglieder auf neun vergrößert. In ihn wurden sechs Verbündete Jiangs gewählt, ein klares Zeichen, dass dieser nach 13 Jahren an der Spitze der kommunistischen Partei weiterhin Einfluss nehmen will. Neben Hu und Wu gehören dem Ständigen Ausschuss Wen Jiabao, Jia Qinglin, Zeng Qinghong, Huang Ju, Wu Guanzheng, Li Changchun und Luo Gan an. Wen, der gegenwärtig Vize-Ministerpräsident ist, wurde vom scheidenden Regierungschef Zhu Rongji auserkoren, Luo ist ein enger Vertrauter des scheidenden Parlamentspräsidenten Li Peng.

Zhu Rongji und Li Peng (beide 74) wurden wie Jiang und drei weitere Mitglieder des Ständigen Ausschusses nicht mehr ins Zentralkomitee gewählt. Dies ist aber Voraussetzung für eine Mitgliedschaft im Ständigen Ausschusses des Politbüros, dem führenden Parteigremium, oder für den Parteivorsitz. Jiang bleibt Xinhua zufolge Chef der Zentralen Militärkommission und behält damit den Oberbefehl über die Armee. Wie lange Jiang dieses Amt innehaben wird, meldete Xinhua nicht. Jiangs Vorgänger Deng Xiaoping blieb zwei Jahre lang Chef der Militärkommission, nachdem er 1987 den Ständigen Ausschuss des Politbüros verlassen hatte.

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