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Politik bleibt ein Risikofaktor für die Börse

Haben Sie ihn vorhin gehört, unseren Kanzler? Zornig war er, zeitweise.

Geschimpft hat er, vor allem auf die Miesmacher in der Opposition. Aber war das eine große, wegweisende Rede? War das ein Beitrag zur Verbesserung der Stimmung im Lande? Ich befürchte: Nein!

Nach dieser Rede wird genauso wenig ein Ruck durch die Republik gehen, Herr Bundeskanzler, wie nach ihrer Regierungserklärung vor wenigen Wochen. Schade, eine weitere Chance vertan. Dabei gibt es zumindest Ansätze für Kurskorrekturen, die unsere Volkswirtschaft dringend braucht, die auch der Kapitalmarkt honorieren würde - ich denke insbesondere an die Initiative zur Liberalisierung des Ladenschlusses. So bleibe ich dabei: Wir dürfen von der dieser Regierung keine Impulse für die Wirtschaft erhoffen.

Umso erstaunlicher ist es, wenn Aktienstrategen zum Auftakt der Prognose-Saison optimistische Töne anschlagen, nachzulesen heute in Umfragen unter Finanzanalysten. Und es fällt auf, dass dabei erneut europäische Aktien herausgestellt werden. Laut Befragung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) bei 258 Anlageexperten sollte ein Modelldepot zu 45 Prozent aus Europa-Aktien bestehen. Der deutsche Aktienmarkt gilt 2003 trotz aller Widrigkeiten als attraktiv: Der Dax könnte in zwölf Monaten auf 4 150 Punkte steigen (Durchschnittsprognose).

Gut möglich. Und wenn die Stimmung dreht, ist sogar noch mehr drin.

Vergessen wir aber nicht die weltpolitische Lage, die noch schwerer kalkulierbar ist als die Schritte der Berliner Regierung. Gerade haben die USA ihre Tonlage in der Irak-Frage wieder verschärft. Ich warne bekanntlich seit Wochen vor einer gelassenen Betrachtungsweise, nur weil die Uno-Waffeninspekteure ihre Arbeit aufnehmen konnten. Ein Krieg in Mittelost steht vor der Tür. Und der würde auch Wirtschafts- und Börsenentwicklungen beeinflussen.

Bleiben Sie vorsichtig - bis morgen!

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