Politiker bestand auf Alleinsprung
Möllemanns Sprung war eigentlich für Mittwoch geplant

Jürgen Möllemanns Sprung in den Tod fand direkt vor den Augen seiner entsetzten Sportkameraden statt. Als der ehemalige FDP-Spitzenpolitiker als vorletzter Springer einer Gruppe von zehn Sportlern des Marler Fallschirmspringerclubs das Flugzeug verließ, ahnte noch niemand, welches Drama sich dann abspielen würde. Wenige später starb der Politiker bei einem ungebremsten Aufprall auf ein Feld in der Nähe des kleinen Flugplatzes im westfälischen Marl-Loemühle.

HB/dpa MARL. Nach einer Gewitterwarnung am Vortag hätten die Springerfreunde den eigentlich für den Mittwoch geplanten Absprung zunächst verschoben und dann am Donnerstagmittag schließlich grünes Licht gegeben, berichtete Polizeisprecher Volker Ernst-Peper. Bei der Vorbereitung der Absprünge habe der erfahrene Fallschirmspringer Möllemann jedoch die Teilnahme an einem Gruppensprung abgelehnt, den fünf der Vereinsmitglieder geplant hatten. Der Politiker habe darauf bestanden, allein das Flugzeug zu verlassen, so Ernst-Peper.

Die Essener Staatsanwaltschaft wird nun ermitteln müssen, ob es sich bei dem Todessprung um einen geplanten Selbstmord des unter Druck stehenden Politikers gehandelt hat, oder um einen tragischen Unglücksfall. Augenzeugen berichteten, dass Möllemann in einer Höhe von 1000 bis 500 Metern den Hauptschirm abgeworfen haben soll, ohne jedoch anschließend den Reserveschirm zu öffnen. Nach diesem entscheidenden Beweisstück wurde am Donnerstag rund um den Fallschirmlandeplatz jedoch noch fieberhaft gesucht.

Bereits kurz nach dem Unglück waren Verwandte des Münsteraner Politikers an der Absturzstelle eingetroffen, die von der Polizei psychologisch betreut wurden. Auch die Ehefrau Möllemanns wurde am Unglücksort erwartet. Noch Stunden nach dem Todessturz waren Experten der Polizei mit der Auswertung der Spuren rund um die Leiche beschäftigt. Der Fundort des Toten auf einem Feld, nur wenige hundert Meter von dem kleinen Sport-Flugplatz entfernt, war großräumig angesperrt. In dem am Nachmittag einsetzenden Nieselregen warteten nur noch wenige Schaulustige.

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