Politiker wirft Gemeinde Untätigkeit vor
Umweltskandal in Bayern

Im Skandal um die illegale Entsorgung hochgiftiger Chemieabfälle im bayrischen Neuendettelsau gerät der örtliche Bürgermeister immer mehr unter Druck.

dpa NEUENDETTELSAU. Sein früherer Stellvertreter Wolfgang Roth (Freie Wähler) warf Bürgermeister Hans- Werner Landshuter (SPD) am Donnerstag indirekt Tatenlosigkeit vor. Trotz seiner Hinweise auf die Machenschaften in einer nicht öffentlichen Sitzung im Oktober 2001 sei Landshuter nicht eingeschritten. Bis heute habe er auf seine Anfrage noch keine Antwort erhalten, sagte Roth der dpa.

Ein inzwischen inhaftierter Betreiber einer Biogasanlage aus Neuendettelsau (Landkreis Ansbach) steht im Verdacht, in zwei Jahren rund 4000 Tonnen Industrieabfälle auf 20 Äckern ausgebracht zu haben. Dazu gehören nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem der Krebs erregende Stoff Toluol, das Desinfektionsmittel Ameisensäure, das Blutgift Anilin sowie Phenole und Pyridin. Der Landwirt wollte die Stoffe offenbar kostengünstig entsorgen.

Wegen des Umweltskandals sah sich auch die Staatsregierung zum Handeln gezwungen: Wie Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) bekannt gab, werden alle 700 Biogasanlagen in Bayern überprüft.

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