Politiker zeigen Interesse
Ausweise der nächsten Generation vorgestellt

Schily war da, Stoiber war da. Sowohl der Bundesinnenminister als auch der bayerische Ministerpräsident interessierten sich am Stand des Banknoten- und Smartcard-Spezialisten Giesecke & Devrient (Halle 17, E 44) für ein Produkt: Den Personalausweis mit Fingerabdruck. Sieht so die neue Version des deutschen Personalausweises aus? Möglich ist es.

HANNOVER. Der Ausweis ist so groß wie eine Kreditkarte, trägt einen Chip und ein Schwarzweißbild. Auf dem Chip sind die Fingerabdrücke von zwei Fingern codiert, außerdem die geometrischen Gesichtsmerkmale. Um sich auszuweisen, muss der Nutzer die Karte in ein Lesegerät und den Finger auf einen Scanner legen. Binnen Sekunden wird überprüft, ob beides zusammenpasst. Alternativ kann auch das Gesicht als Erkennungsmerkmal benutzt werden. Der Abgleich wird einzig und allein auf dem Chip selber errechnet, nicht auf externen Geräten. So wird der Datenzugriff von außen zumindest erschwert.

Die Herstellung des Ausweises dauert einschließlich Digital-Foto und Fingerscan wenige Minuten, die Kosten sollen nach Angabe von Giesescke & Devrient-Sprecherin Andrea Bockholt nicht höher liegen als bei konventionellen Ausweisen. Zudem können beispielsweise Visa-Informationen auf dem Chip gespeichert werden. Dadurch würde ein Reisepass überflüssig - zumindest, wenn alle Grenzübergänge dieser Welt mit entsprechenden Lesegeräten ausgerüstet wären.

Auch, wenn Schily sich noch bedeckt hielt zu dem Thema - ein Land hat sich schon für die Lösung entschieden. Die ehemalige portugiesische Kolonie Macau wird ihre 540.000 Bürger mit dem Pass ausstattet. Vor allem der lebhafte Grenzverkehr der ostasiatischen Kasino-Metropole soll so sicherer und schneller werden.

Der Chip mit 32 Kilobyte Speicher soll später auch Führerschein und Geldbörse integrieren. Damit schrumpft die Brieftasche langsam aber sicher auf eine einzige Karte.

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