Politische Atmosphäre gespannt
Bombenanschlag auf Polizeistation in Nordirland

Bei dem Bombenanschlag ist ein Polizist schwer verletzt worden. Hinter der Tat werden republikanische Terroristen vermutet.

dpa BELFAST/LONDON. Bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeistation in Nordirland ist am Mittwoch ein Polizist schwer verletzt worden. Ein anderer erlitt einen Schock. Unbekannte hatten nach Angaben der Polizei zwei Sprengsätze in dem Gebäude in County Down versteckt. Hinter der Tat wurden republikanische Terroristen vermutet, die mit Gewalt eine Vereinigung der britischen Provinz Nordirland mit der Republik Irland im Süden erzwingen wollen.

Die politische Atmosphäre in Nordirland ist gespannt, seit der Erste Minister der Regionalregierung in Belfast, David Trimble, am Samstag Sanktionen gegen die beiden Minister der Partei Sinn Fein angekündigt hatte. Er verbot ihnen, künftig an Nord-Süd-Räten mit Ministern der irischen Regierung teilzunehmen. Erst wenn die katholische Untergrundorganisation IRA mit ihrer Entwaffnung beginne, würden sie wieder zugelassen. Sinn Fein ist der politische Arm der IRA.

Am Dienstag waren in Nordirland binnen zwölf Stunden zwei Familienväter vor den Augen ihrer Ehefrauen erschossen worden. Als Hintergrund der Taten gilt ein Bandenkrieg unter den pro-britischen Loyalisten. Einer der Ermordeten, Tommy English (39), war ein ehemaliger Funktionär der Ulster Democratic Party (UDP) , des politischen Arms der protestantischen Untergrundorganisation Ulster Defence Association (UDA). Die UDA terrorisierte früher vor allem die katholische Bevölkerung, ist jetzt aber in einen blutigen Kampf mit der ebenfalls protestantischen Terrorgruppe Ulster Volunteer Force (UVF) verwickelt. Dabei geht es vor allem um Anteile am Drogen- und Waffenhandel.

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