Politische Gespräche in Ägypten beendet
Scharping fordert zügige Friedensverhandlungen in Nahost

ap KAIRO. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping hat die Konfliktparteien in der Nahost-Krise indirekt zur zügigen Wiederaufnahme des Friedensprozesses aufgefordert. Zum Abschluss seines dreitägigen Besuchs in Ägypten sagte er am Dienstag in Kairo, ein dauerhafter Friede müsse gerecht sein. Dazu gehöre ein Ende der Gewalt, die ernsthafte Vorbereitung von Verhandlungen sowie ein zügiger Abschluss.

Scharping sagte dies nach einer Unterredung mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Abdel Meguid. Mit Meguid sei er sich einig, dass es keine Frage sei, ob die Völker und Religionen im Nahen Osten zusammen leben wollten. Die Frage sei vielmehr, wie man das Zusammenleben organisiere, damit es friedlich bleibe.

Zuvor hatte Scharping mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak und Mitgliedern des Kabinetts über Möglichkeiten gesprochen, den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern zu fördern. Dazu muss nach Meinung von Diplomaten vor der Frage der Souveränität der freie Zugang zu den Heiligtümern der Weltreligionen auf dem Tempelberg in Jerusalem geklärt sein.

Erweiterte militärische Zusammenarbeit geplant

Darüber hinaus unterzeichneten ranghohe deutsche und ägyptische Offiziere ein Abkommen, wodurch die jeweiligen Geheimhaltungsstufen für militärische Unterlagen gegenseitig anerkannt werden. Dies gilt als erster Schritt zu einer erweiterten militärischen Zusammenarbeit, die nach den Worten von Scharping schon jetzt umfassend und gut sei. Ägypten respektiere dabei nach Angaben von Diplomaten, dass Deutschland keine Waffen und-systeme liefern wird, die sich zu Offensivzwecken eignen. Die Auslieferung von deutschen U-Booten an Ägypten gehe auf eine Entscheidung der Regierung Helmut Kohl von 1997 zurück.

Scharping reiste nach Luxor weiter und wurde zu weiteren Gesprächen über den Friedensprozess am Donnerstag und Freitag in Israel erwartet. Er folgt einer Einladung von Ministerpräsident Ehud Barak, der auch Verteidigungsminister ist. Weitere Gespräche sind mit Präsident Mosche Katzav und dem Minister für regionale Zusammenarbeit, Schimon Peres, vorgesehen. Sollte bei den Friedenssondierungen in Washington nicht spontan ein Gipfeltreffen angesetzt werden, ist zum Abschluss der Nahostmission Scharpings für Freitag auch eine Treffen mit dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat vorgesehen.



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