Politische Krisen befürchtet
Ausblick: Risiken überschatten den Aufschwung

"Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", sagt ein Händler zum freundlichen Wochenausklang des Dax. "Vor allem von politischer Seite kann es Nackenschläge geben", warnt er. So könnten ein Terroranschlag in den USA oder auch eine Eskalation im Indien-Pakistan-Konflikt für einen neuen Sturzflug der Kurse sorgen.

vwd,cra FRANKFURT. Beide Staaten sind im Besitz von Atomwaffen. Dabei zeichnen einige Konjunkturindikatoren allmählich ein freundlicheres Bild, wie die Daten zu den langlebigen Gütern in den USA am Donnerstag gezeigt haben. Sollte es wider Erwarten zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts auf dem indischen Subkontinent kommen und Anschläge ausbleiben, könnte ein freundlicheres Konjunkturszenario die Oberhand gewinnen und für einen Anstieg des Dax über die Begrenzung von 5000 Punkten sorgen.

Am Montag wird der vielbeachtete ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht, am Dienstag folgen die Daten zu den persönlichen Einnahmen und Ausgaben in den USA sowie der Index des Konsumentenvertrauens. Am Donnerstag folgt das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im ersten Quartal. Am Freitag beschließen der Index der Uni Michigan, Daten zur US-Produktivität und zum Einkaufsmanagerindex Chicago sowie zum Auftragseingang der Industrie im April die Woche.

Gewinne der starken Vorwoche wieder abgeben

Nach der starken Vorwoche gaben Dax und Euro-Stoxx-50 in der vergangenen Woche die Gewinne nahezu vollständig wieder ab. Auf den aktuellen Niveaus wurden bereits mehrfach lokale Tiefpunkte getestet, so dass die Hoffnung auf eine Bodenbildung zwar durchaus gerechtfertigt ist. Die kurzen kräftigen Bewegungen in beide Richtungen und die Ausbildung entsprechender Handelsspannen verdeutlichen allerdings die große Unsicherheit unter den Marktteilnehmern über die mittelfristige Entwicklung der fundamentalen Rahmenbedingungen.

Außerdem ist dies aber auch ein Zeichen für das recht ausgeglichene Verhältnis zwischen Bullen und Bären und somit für eine Stabilisierung der Aktienmärkte. Nicht nur an den Aktienmärkten, auch bei den viel beachteten konjunkturellen Klimaindikatoren in Europa und den USA ist die Unsicherheit an Wendepunkten traditionell am größten. Daher sind die letzten Abwärtsbewegungen beispielsweise beim deutschen ifo-Geschäftsklima, dem Industrievertrauen für Euroland oder dem Konjunkturbarometer in den USA nicht ungewöhnlich und beeinträchtigen die Annahme einer bevorstehenden konjunkturellen Aufwärtswende noch nicht. Dafür sprechen das weiter steigende Konsumklima in den USA, die über Erwarten starke Industrieproduktion in Euroland für März und auch das jetzt für Deutschland veröffentlichte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent zum Vorquartal.

Die Europäische Zentralbank warnt jedoch vor Euphorie und rechnet weiterhin nur mit einem langsamen Aufschwung. Für die nähere Zukunft halten Händler eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung der europäischen Aktienmärkte für wahrscheinlich, wobei sich die Indizes derzeit eher an den unteren Enden der Handelsspannen befinden. Mittel- und langfristig sollten sich die positiven Erwartungen auch in weiteren Kurssteigerungen niederschlagen können. Doch dafür bedarf es auch einer Erholung gerade bei Telekom sowie den Reiseveranstaltern und Luftfahrtgesellschaften, die in der vergangenen Woche am stärksten gebeutelt wurden. Preussag veröffentlicht voraussichtlich am Mittwoch Geschäftszahlen. Außerdem berichten Münchener Rück am Montag. Am Dienstag hält die Deutsche Telekom ihre nach dem Erreichen eines neuen Allzeittiefs mit Spannung erwartete Hauptversammlung ab.

Kurze Verschnaufpause für US-Dollar erwartet

Devisen-Analysten gehen für die kommende Woche von einer anhaltenden Negativstimmung für den US-Dollar aus. Allerdings, so erwartet Alexandra Bechtel von der Commerzbank, dürften die Marktteilnehmer dem Greenback eine kleine Verschnaufpause gönnen. Zur Erläuterung verweist sie auf den US-Feiertag am Montag, vor dem die Short-Positionen geschlossen werden dürften. Der Euro wird sich nach der Prognose der Analystin in der neuen Woche in einer Spanne von 0,9040 USD bis 0,9320 USD bewegen.

"Die Angst vor neuen Anschlägen in den USA hält Anleger vor großen Dollar-Engagements zurück", stellen die Devisenexperten der DZ Bank fest. Ihrer Ansicht nach wird der Euro in den kommenden Tagen zwischen 0,9060 USD und 0,9335 USD schwanken. Dies sei jedoch weniger Ausdruck der inneren Stärke des Euro, sondern vielmehr Folge des auf breiter Front nachlassenden Dollar. Mit einer Korrekturbewegung des Dollar sei auf Grund der Terrorangst auch bei positiven US-Konjunkturdaten kaum zu rechnen. Dennoch dürfte sich die Aufwärtsdynamik des Euro deutlich abschwächen. Das Kursverhältnis Euro-Dollar profitierte nach Ansicht der Volkswirte zudem von der Dollar-Schwäche zum Yen.

Die DZ-Bank-Analysten sehen die Gefahr weiterer Interventionen durch die japanische Notenbank: "Die nächste Runde im Interventionskampf zwischen Regierung und Markt ist eingeläutet". Den Grund für die Yen-Stärke, die die japanische Regierung bekämpfen will, sehen die Experten in den dortigen Konjunkturhoffnungen. Bechtel erwartet, dass für einen Dollar in der neuen Woche zwischen 123,50 JPY und 126,00 JPY bezahlt werden müssen. Die entsprechenden Werte der DZ Bank lauten 123,00 JPY und 126,40 JPY je US-Dollar.

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