Politische Landkarte wird sich nach Umfragen nicht verändern
Landtagswahlen in zwei Bundesländern

In zwei südwestdeutschen Bundesländern werden am Sonntag neue Länderparlamente gewählt. In Baden-Württemberg sind 7,4 Millionen Wahlberechtigte, in Rheinland-Pfalz mehr als drei Millionen Bürger zum Gang an die Wahlurne aufgerufen. Nach jüngsten Umfragen bestehen für die amtierenden Koalitionen in Stuttgart und Mainz gute Chancen auf eine Fortsetzung der Regierungsarbeit.

ddp STTUTGART/MAINZ. In Rheinland-Pfalz regieren seit 1991 SPD und FDP gemeinsam. In Baden-Württemberg bildet die Union seit 1996 eine Koalition mit den Liberalen. Die Koalitionspartner in beiden Ländern sind gewillt, die Bündnisse fortzusetzen. Mit Spannung wird das Abschneiden der Grünen erwartet. Zuletzt gab es Spekulationen, dass der seit längerem in der Kritik stehende Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) seinen Platz bei neuerlichen Verlusten räumen muss.

Im Mittelpunkt der Wahl in Baden-Württemberg steht das Duell zwischen CDU-Ministerpräsident Erwin Teufel und der SPD-Spitzenkandidatin Ute Vogt. Teufel will das seit 1996 bestehende Regierungsbündnis mit der FDP fortsetzen. Auch FDP-Spitzenkandidat Walter Döring hat sich klar für eine Neuauflage der bisherigen Koalition ausgesprochen. Jüngsten Umfragen zufolge kommen sie gemeinsam auf rund 50 Prozent. Die CDU hatte 1996 bei den Landtagswahlen 41,3 Prozent der Stimmen erzielt, die FDP 9,6 Prozent.

Die SPD kann in Baden-Württemberg aller Voraussicht nach mit einem deutlichen Stimmenzuwachs rechnen, nachdem sie 1996 auf ein historisches Tief von 25,1 Prozent abgesunken war. In Umfragen erhielt die Partei einen Wert zwischen 32 und 35 Prozent. Zweifelhaft ist, ob die Grünen ihren Stimmenanteil von 1996 in Höhe von 12,1 Prozent halten können. Von großem Interesse ist am Wahlabend auch die Frage, ob die als rechtsextrem eingestuften Republikaner erneut in das Landesparlament einziehen.

In Rheinland Pfalz steht die einzige sozialliberale Koalition in Deutschland auf dem Prüfstand. Prognosen zufolge hat die amtierende rot-gelbe Koalition unter Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) ihren Vorsprung zur CDU in den vergangenen Wochen deutlich ausgebaut. Eine Wiederauflage der Koalition gilt nahezu als sicher. Die CDU, deren Spitzenkandidat Christoph Böhr kaum Siegeschancen eingeräumt werden, versuchte noch in letzter Minute, das Ruder durch eine umstrittene Unterschriftenaktion gegen Umweltminister Trittin herumzureißen.

Nach jüngsten Umfragen kann die SPD mit 43 Prozent rechnen. In den vergangenen Landtagswahlen 1996 kam sie auf 39,8 Prozent und lag damit nur knapp vor der CDU (38,7 Prozent). Der Koalitionspartner FDP dürfte nach bisherigen Prognosen mit neun Prozent sein Ergebnis von 1996 bestätigen. Die Christdemokraten könnten an Boden verlieren. In den Umfragen erreichten die CDU zum Schluss nur noch 35 Prozent. Der Wiedereinzug der Grünen in den Landtag ist nicht ganz sicher. Bei Umfragen von Anfang März erreichte die Partei fünf Prozent, während 1996 noch 6,9 Prozent der Wähler für die Grünen stimmten.

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