Politischer Aschermittwoch: Schily attackiert CSU-Chef
Stoiber bläst zum Angriff auf Rot-Grün

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber hat die Wähler zur Ablösung der Bundesregierung aufgerufen. Zur Eröffnung des 50. Politischen Aschermittwochs der CSU in Passau sagte Stoiber: "Rot-Grün hat abgewirtschaftet". Deutschland sei zum europäischen Schlusslicht bei Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätzen und der Neuverschuldung geworden.

HB/rtr/ap/dpa PASSAU. Inzwischen hielten fast 85 Prozent der Menschen in Deutschland den Ausgang der Bundestagswahl im Herbst für offen, sagte der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident in der Passauer Nibelungenhalle vor rund 7 000 Zuhörern.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sei ein "Kanzler der Beliebigkeit", der keine Vision und keine Ideen für Deutschland habe. Er warnte davor, dass die SPD nach der Bundestagswahl die PDS in eine Koalition einbeziehen könne.

Stoiber war unter begeisterten "Edmund"-Rufen der Menge in die Nibelungenhalle eingezogen. Nach Angaben der CSU mussten Tausende Anhänger abgewiesen werden, weil in der Halle alle Plätze besetzt waren.

Schily: Kritik der Union "in sich verlogen"

Die SPD hat scharfe Attacken gegen Stoiber in den Mittelpunkt ihres politischen Aschermittwochs in Vilshofen gestellt. Bundesinnenminister Otto Schily nannte als Hauptredner Stoibers Kritik an der Haushaltspolitik der rot-grünen Regierung "in sich verlogen". Stoibers Wahlversprechungen summierten sich inzwischen auf 63 Milliarden Euro, kritisierte Schily. Wenn der CSU-Chef im Bund regieren würde, hätte Deutschland "schon zehn blaue Briefe bekommen", betonte er.

Stoiber sei "ein einziger Versprecher", sagte Schily unter großem Lachen der rund 800 SPD-Anhänger im Wolferstetter Keller weiter. Bei der kommenden Bundestagswahl gehe es um die Frage: "Welche politische Seite ist glaubwürdig und welche nicht", fuhr der SPD-Politiker fort. Schily vertrat die Ansicht, die SPD habe von ihrer Vorgängerregierung "einen Saustall übernommen", den die neue Regierung als Erbe wegen Überschuldung hätte ablehnen müssen.

Westerwelle greift Unionsparteien an

Auf einer Parallelveranstaltung der FDP griff deren Vorsitzender Guido Westerwelle auch die Unionsparteien scharf an. "Wir treten bei den Wahlen nicht an, damit Herr Stoiber Kanzler wird oder Herr Schröder Kanzler bleiben kann", sagte der FDP-Chef in Passau. Er kündigte erneut an, dass die Liberalen zum ersten Mal seit Jahrzehnten ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf gehen.

Mit Kritik an der eigenen Wählerschaft haben die Grünen ihren Politischen Aschermittwoch eröffnet. Der Haushaltsexperte Oswald Metzger sagte vor 1 300 Besuchern im württembergischen Biberach an der Riß: "Ich wünschte, die Wähler wären so gnädig zu uns wie zu ihren eigenen Widersprüchen in den letzten 25 Jahren." Die Wähler müssten akzeptieren, dass sich die Gesellschaft und damit auch die Partei der Grünen verändert habe.

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