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Politisches Chaos - von wegen "eingepreist"!

Manche Begriffe mag man nicht mehr hören, manche Schlagzeilen nicht mehr lesen - geht es Ihnen auch so?

Im vergangenen Jahr waren es Worte wie "Rahmenbedingungen" und "Vertrauenskrise", jetzt sind es "Unsicherheit" und "Kriegsangst".

Deshalb bekräftige ich heute meine These: Jeder Aktienkauf (langfristige Sparpläne ausgenommen) ist mehr denn je höchst spekulativ, jede Prognose zum Kursverlauf der kommenden Wochen ebenso reine Spekulation. Erst wenn sich die weltpolitische Lage aufgehellt hat, können wir wieder versuchen, die "normalen" Wirtschaftsfaktoren zu gewichten.

Dass "Chaos" kein absoluter Begriff ist, sondern Steigerungsformen kennt, hat uns die Diplomatie am Wochenende eindrucksvoll gezeigt. Zwar schien Mr. Rumsfeld zwischendurch Kreide gegessen zu haben - allerdings nachdem sein Boss George W. schon abgepfiffen hatte: "Das Spiel ist aus."

Das wiederum stärkte die deutsch-französische Freundschaft, ihr neuer Friedensplan platzte in die Münchner Sicherheitskonferenz. Dann meldete sich auch Belgien hat sich zu Wort. Und in der Nato gibt's inzwischen angeblich Krach, zwischen Kanzler Schröder und Außenminister Fischer auch.

Für die Zeit danach kann ein Traditions-Optimist wie ich den Aktien-Fans durchaus Mut machen. Nur: Mit jedem Tag chaotischer Politik und extremer Unsicherheit an den Kapitalmärkten wird die Weltwirtschaft weiter gelähmt. Schon beginnt unter Volkswirten wieder die Double-Dip-Diskussion, wächst also die Sorge vor einem bevor stehenden zweiten Konjunkturrückschlag. Und die Probleme der Pensionskassen und Versicherungskonzerne wachsen täglich: Es drohen weitere Aktienverkäufe und andere Kapitalbeschaffungsmaßnahmen großer Investoren.

Wir sehen also, dass schon die Vorbereitungen auf den Krieg für die Märkte gravierende Folgen haben können. Von wegen "eingepreist".

Haben Sie Geduld - bis morgen!

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