Polizei fordert Täter zur erneuten Kontaktaufnahme auf
Der Heckenschütze ist weiter flüchtig

Die Hoffnung von Millionen Bewohnern des Großraums Washington, dass der unheimliche Heckenschütze nach drei Wochen endlich festgenommen wurde, haben sich zerschlagen.

HB/dpa WASHINGTON. Zwei aus Mittelamerika stammende Männer, die am Montagvormittag gefasst und im Zusammenhang mit dem Fall vernommen wurden, hatten nach US- Medienberichten nichts mit dem Fall zu tun. Unterdessen kommunizierten der mutmaßliche Täter und die Polizei weiter über die Medien.

Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN waren die beiden Männer aus Mexiko und Guatemala einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Die beiden illegale Einwanderer wurden nun zur Ausweisung an die zuständige Behörden übergeben. Zunächst war in den Medien nach der spektakulären Festnahme von einem der Männer vermutet worden, dies könne der Durchbruch in dem Fall sein. Schwer bewaffnete Polizisten hatten den einen Mann an einer Tankstelle aus seinem weißen Lieferwagen gezerrt, als er vom Autofenster aus an einer Telefonzelle den Hörer abnahm.

Fahndungsleiter Charles Moose forderte unterdessen den Täter erneut auf, die Polizei wieder anzurufen. "Die Person, die Sie angerufen haben, konnte nicht alles verstehen, was Sie gesagt haben. Die Akustik war gestört, und wir wollen es richtig machen. Rufen Sie uns noch einmal an, damit wir es klar verstehen können", sagte Moose an die Adresse des Täters gewandt. Damit nutzte er wie schon in den vergangenen Tagen die Medien, um sich an den Heckenschützen zu wenden.

Ein anderer Polizeisprecher bestätigte unterdessen, dass der Heckenschütze auch für den jüngsten Anschlag am vergangenen Samstag verantwortlich ist. Das hätten ballistische Vergleiche der Kugeln ergeben. Damit hätte der Heckenschütze zwölf Anschläge verübt und dabei neun Menschen getötet.

Der letzte Anschlag hatte sich am Samstagabend vor einem Steakrestaurant in Ashland rund 140 Kilometer südlich von Washington ereignet. Das Opfer hatte zusammen mit seiner Frau das Restaurant verlassen und war zu seinem parkenden Wagen gegangen, als ihn der Schuss traf und schwer verletzte. Der Schuss wurde von einem kleinen Wald hinter dem Restaurant abgefeuert. Dort soll später ein Schreiben mit einer Geldforderung gefunden worden sein.

Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN hatte die Polizei nach diesem Anschlag einen Anruf erhalten, in dem ein unbekannter Anrufer mit einem ausländischen Akzent schilderte, wo am Tatort ein Schreiben liegen würde. Die Polizei konnte diesen Angaben zufolge den Anruf auf eine bestimmte Region zurückverfolgen und überwachte dann die Telefonzellen in dieser Region. So sei der eine aus Mittelamerika stammende Mann gefasst worden, als er mit einem weißen Transporter zu einer Telefonzelle fuhr und aus dem Fenster heraus den Hörer abnahm. Das Fahrzeug war dem Lieferwagen ähnlich, das der Heckenschütze fahren soll.

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