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Polizei nahm Fourniret drei Mal fest - und ließ in freiDPA-Datum: 2004-07-06 11:01:56

Brüssel (dpa) - Die belgische Polizei hat nach Medienberichten mindestens drei Chancen zur Demaskierung des mutmaßlichen Serienmörders Michel Fourniret verstreichen lassen.

Brüssel (dpa) - Die belgische Polizei hat nach Medienberichten mindestens drei Chancen zur Demaskierung des mutmaßlichen Serienmörders Michel Fourniret verstreichen lassen.

Die Fahnder hätten den vorbestraften Gewalttäter mehrmals festgenommen, doch fand die Staatsanwaltschaft die Beweise jeweils zu schwach für einen Haftbefehl, berichtete die flämische Zeitung «De Standaard» am Dienstag. 1996 sei Fourniret wegen Waffenschmuggels und Exhibitionismus festgenommen worden. Anschließend fiel er wegen zwei missglückter Entführungen in den Jahren 2000 und 2001 auf.

Nach der fehlgeschlagenen Entführung einer Krankenschwester in Brüssel habe Fourniret 1994 eine Schusswaffe weggeworfen, meldete die Zeitung «De Morgen». Die Waffe habe Fourniret ein Jahr zuvor bei einem Überfall auf die Zollstation in der nordfranzösischen Gemeinde Givet erbeutet. Ein weiterer Revolver aus dem Raub sei beschlagnahmt worden, als Fourniret ihn 1996 an einen Zirkusartisten verkaufen wollte. Die belgische Polizei habe damals die französischen Ermittler benachrichtigt. Es sei unklar, ob die Franzosen seinerzeit auf Fournirets Vorstrafen hingewiesen hätten, schrieb «De Morgen».

Unterdessen warf Fourniret seiner Frau Monique Olivier eine aktive Mithilfe bei seinen Taten vor. Er habe sie 1987 zum Anlocken eines 17-jährigen Mädchens im Südosten Frankreichs aufgefordert, berichtete der belgische Radiosender Bel-RTL unter Berufung auf die Verhöre des teilweise geständigen 62-Jährigen. Olivier habe ihm das Mädchen gebracht, während er am Straßenrand auf das Opfer gewartet habe. Später habe er das Mädchen erwürgt und in einen Schacht bei einem Umspannwerk geworfen. Bel-RTL berichtete von einem «langen, überlegten und kalten Monolog» des Beschuldigten.

Die ebenfalls verhaftete Olivier ließ unterdessen ihren Anwalt Pierre Barthélémy wissen, sie bereue ihre Enthüllungen über die Taten ihres Mannes nicht. Sie habe all ihr Wissen preisgegeben und wolle weiter mit den Fahndern zusammenarbeiten. Olivier wird Beihilfe vorgeworfen. Sie war unter dem Eindruck der Schuldsprüche im Prozess gegen den Mädchenmörder Marc Dutroux und dessen Ehefrau zur Polizei gegangen und hatte vom Tun ihres Mannes berichtet.

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