Polizei nimmt 46 Menschen in Gewahrsam
Demonstranten stoppen Castor-Transport

Atomkraftgegner haben am Donnerstag in Norddeutschland mit Blockaden gegen Castortransporte aus den Atomkraftwerken Krümmel und Brokdorf protestiert.

afp HAMBURG. Nach Angaben der Umweltorganisation "Robin Wood" ketteten sich kurz vor zwei Uhr morgens bei Hamburg vier Aktivisten an die Bahngleise. Zwei weitere Demonstranten seilten sich von einem Gerüst über den Schienen ab. Der Transport aus dem AKW Krümmel in die britische Wiederaufbereitungsanlage Sellafield wurde für fast vier Stunden gestoppt. Kurz nach fünf Uhr morgens hatte die Polizei die Strecke wieder freigeräumt.

Zuvor hatte es im Raum Hamburg bereits mehrere Sitzblockaden von Atomkraftgegnern gegeben. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt 46 Menschen in Gewahrsam genommen beziehungsweise vorläufig festgenommen. Nach Schätzungen der Organisatoren beteiligten sich bis zu 250 Atomkraftgegner an den Protesten.

Weitere 23 Demonstranten blockierten gegen sieben Uhr morgens die Bahnschienen bei Jesteburg, als die inzwischen zusammengekoppelten Castoren aus Krümmel und Brokdorf den Rangierbahnhof Maschen in Richtung Bremen verließen. Swaantje Fock von der Organisation "x-tausendmal quer" kündigte weitere Protestaktionen im Laufe des Donnerstag an. Sie zeigten, dass "der Widerstand der Anti-Atom-Bewegung lebendig wie je" sei.

Insgesamt rollen vier Castor-Transporte durch Deutschland. Der Atommüll aus Krümmel und dem baden-württembergischen Neckarwestheim soll nach Sellafield gebracht werden. Die abgebrannten Brennelemente aus Brokdorf und Grohnde (Niedersachsen) sind demnach für die französische Wiederaufbereitungsanlage La Hague bestimmt. Die Züge sollen vermutlich zusammengekoppelt werden und anschließend die französische Grenze passieren. Die Routen durch Deutschland werden geheim gehalten.

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