Polizei setzt Tränengas ein und gibt Warnschüsse ab
Radikale in Indonesien versuchen US-Botschaft zu stürmen

Aus Protest gegen die US-Angriffe auf Ziele in Afghanistan haben mehrere Dutzend radikale Moslems in der indonesischen Hauptstadt Jakarta versucht, die US-Botschaft zu stürmen. Rund 100 Mitglieder der Front für die Verteidigung des Islam begannen, den Stacheldrahtzaun um die US-Botschaft niederzureißen.

dpa-afx JAKARTA. Die Polizei feuerte nach eigenen Angaben Tränengas in die Menge und gab Warnschüsse ab. Sie setzte auch einen Wasserwerfer ein. Augenzeugen berichteten, dass mehrere Polizisten Demonstranten verprügelten. Ein Polizist sei von einem Stein am Kopf getroffen worden und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Front für die Verteidigung des Islam fordert von der indonesischen Regierung den Bruch mit den USA. Sie hat der Regierung ein Ultimatum bis Mittwoch gestellt. Andernfalls würden Mitglieder der Front US-Eigentum in Indonesien zerstören und US-Bürger gewaltsam vertreiben. Die Polizei teilte mit, sie habe 3000 zusätzliche Beamte in der Nähe der Wohnviertel der Ausländer stationiert.

Vor den Zusammenstößen hatten rund 200 Mitglieder einer moslemischen Studentenorganisation vor der US-Botschaft gegen die Angriffe auf Afghanistan protestiert. Sie verbrannten trotz eines Verbots der Regierung eine US-Flagge. Auch auf der Insel Sulawesi drohten moslemische Studenten, sie würden US-Bürgern und Israelis in der Region "das Leben schwermachen". Rund 90 Prozent der 210 Millionen Indonesier sind Moslems.

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