Polizei verhaftete gesuchten Bosnier
Serbien will Kriegsverbrecher ausliefern

Die serbische Polizei hat den ersten von 17 auf einer serbischen Fahndungsliste stehenden mutmaßlichen Kriegsverbrecher festgenommen. Er soll nach Abschluss der gesetzlichen Prozedur an den UN-Gerichtshof ausgeliefert werden.

dpa BELGRAD. Der bosnischen Serbe Ranko Cesic ist vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen der Vertreibung von Moslems und Kroaten aus der nordbosnischen Stadt Brcko im Bosnienkrieg 1992-95 angeklagt. Dies meldete der Belgrader Sender BK- TV unter Berufung auf den zuständigen Untersuchungsrichter. Das Belgrader Kreisgericht hatte Anfang Mai Haftbefehle gegen 17 vom UN-Kriegsverbrechertribunal gesuchte Serben erlassen, darunter auch Cesic. Ausgenommen ist auf Regierungsbeschluss der amtierende serbische Präsident Milan Milutinovic für die Dauer seines Mandats.

Die Auslieferung an Den Haag des vor elf Monaten in Belgrad festgenommenen früheren Präsidenten Slobodan Milosevic war mit einem Regierungsdekret durchgesetzt worden. An der Spitze der Fahndungsliste stehen der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic und sein Armeechef Ratko Mladic. Beide sind flüchtig. Alle 17 Gesuchten sind wegen Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien und dem Kosovo angeklagt. Ihre Auslieferung ist durch ein im April vom jugoslawischen Parlament verabschiedetes Gesetz über die Zusammenarbeit mit dem UN-Gerichtshof ermöglicht worden. Fünf Angeklagte, darunter der ehemalige jugoslawische Vizeregierungschef Nikola Sainovic, Ex-Generalstabschef Dragoljub Ojdanic und der frühere Serbenführer in Kroatien, Milan Martic, haben sich freiwillig dem Tribunal gestellt.

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