Polizei will Gewalttäter ins Abseits stellen
Deutschland rüstet sich für rauschendes Fußball-Fest

Deutschland rüstet sich für ein rauschendes Fußball-Fest. Mehr als 25 Millionen Bundesbürger werden am Sonntag voraussichtlich das "Traumfinale" der 17. Weltmeisterschaft zwischen der deutschen Nationalelf und Brasilien vor den Fernsehschirmen verfolgen. Hunderttausende wollen den Anlauf des DFB-Teams auf den vierten Weltmeistertitel in Gemeinschaft vor Großbildschirmen in Städten und Gemeinden erleben.

dpa HAMBURG. Die Polizei ist in Alarmbereitschaft und stellt sich auf ein heißes Wochenende ein. Dazu gehören auch vorsorgliche Warnungen, wie vom baden-württembergischen Innenminister Thomas Schäuble: "Gewalttäter werden von der Polizei ins Abseits gestellt."

Allein in Hamburg erwarten die Veranstalter 150 000 Anhänger vor Großbildleinwänden. In Hannover soll eine riesige Fußball-Party mit 40 000 Fans im Niedersachsen-Stadion gefeiert werden. Allerdings: Der Wetter-Gott spielt gerade hier wahrscheinlich nicht mit. Im Norden und Nordwesten werden Temperaturen um 15 Grad und Regen erwartet. In der Mitte Deutschlands sind laut Wetterdienst Sonnenschein und Regen drin. Weiter südlich sind die Chancen auf Sonne und Wärme am besten.

In Hanau, wo Teamchef Rudi Völler demnächst zum Ehrenbürger ernannt werden soll, wird mit mehr als 4 000 Fans gerechnet. Bei den Feiern will die Polizei überall ein Auge zudrücken. Nur Randalierern und betrunkenen Autofahrern soll die Rote Karte gezeigt werden. Die Bielefelder Polizei hat für den Bedarfsfall ein Bürgertelefon eingerichtet. Beim Katholikentag in Speyer fällt die herkömmliche Kundgebung am Sonntag wegen des Finales aus. Dafür werden auf dem Festgelände zwei große Bildschirme aufgestellt, wo die Gläubigen das Spiel verfolgen können. In Mainz gibt es "parteiliche" Leinwände: Einen stellt die SPD, den anderen die CDU für ihre Anhänger auf.

Der Radiosender "Antenne Bayern" zieht bis Samstagabend durch das Sendegebiet, um den größten Chor Bayerns auf die Beine zu stellen. Gesungen werden soll "Es gibt nur einen Rudi Völler" zur Melodie von "Guantanamera". Nach Angaben des Senders haben sich bis Freitagmittag 20 000 Menschen an der Aktion beteiligt, darunter Schlagersänger Jürgen Drews, CSU-Politiker Horst Seehofer und die komplette SPD - Fraktion des bayrischen Landtags. Am Sonntag soll der "Ohrwurm" zum Finale eingesetzt werden. Entwarnung gab die Bayerische Staatsoper für alle fußball-begeisterten Opernfreunde: Die am Sonntag für 16.00 Uhr vorgesehene Festspielpremiere von Richard Wagners "Walküre" werde nicht beginnen, ehe das Endspiel mit allen möglichen Verlängerungen zu Ende sei, teilte die Oper am Freitag mit. Für auswärtige Festspiel-Gäste werde zudem im Kassenraum ein Fernseher aufgestellt.

Im hohen Norden will die Lutherische Kirchengemeinde Norddörfer/Sylt unter dem Motto "Rudis Riesen bei Gottes Friesen" eine Fußball-Andacht abhalten, ehe es ins Pastorat zur Live- Übertragung geht. Die Andacht steht unter dem Thema "Der Star ist die Mannschaft". Als biblischen Bezug hat sich Pastor Rainer Chinnow "die Frage der Jünger an Jesu, wer der Größte unter ihnen sei", vorgenommen. Die letzte Teambesprechung mit Rudi Völler soll verglichen werden mit "der letzten Mannschaftsbesprechung der Jünger mit ihrem "Coach" Jesus in Jerusalem (Lukas-Evangelium 22.24-27)".

Für die beiden Pfahl-Sitzer im Heide Park Soltau wird das Finale nach über 40 Tagen auf dem ungemütlichen Hochsitz zur willkommenen Abwechslung. Im niedersächsischen Freizeitpark sind extra Fernseher für die beiden Dauersitzer aufgestellt worden. Sie kämpfen um 20 000 Euro Prämie, die beim Weltrekord (184 Tage Pfahl-Sitzen) fällig ist.

Feiern werden auch die rund 30 000 in Deutschland lebenden Brasilianer. 2 000 davon sind in Berlin gemeldet. Dort wird die brasilianische Botschaft für rund 70 Mitarbeiter und deren Familien das Spiel auf einer Leinwand übertragen. Etwa 5 000 Brasilianer wohnen in Nordrhein-Westfalen, je 4 500 in Bayern und Baden-Württemberg sowie etwa 3 000 in Hessen.

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