Polizeieinsatz in Karachi gegen Taliban-Anhänger
Bush: Taliban müssen Terroristen sofort ausliefern

US-Präsident George W. Bush hat die radikal-islamische Taliban-Regierung in Afghanistan aufgefordert, sofort alle Anführer der Organisation des Extremisten Osama bin Laden an die US-Behörden auszuliefern. Zudem müssten alle deren Ausbildungslager im Land geschlossen werden und alle festgehaltenen Ausländer freigelassen werden, sagte Bush in einer Rede vor dem US-Kongress am Donnerstag (Ortszeit) in Washington.

Reuters WASHINGTON/CANBERRA. Diese Forderungen seien nicht verhandelbar. Der Zeitpunkt eines militärischen Vorgehens sei nah. Die USA betrachten den Islamisten Bin Laden als Hauptverdächtigen für die Anschläge in New York und Washington.

Alle bislang zusammengetragenen Beweise deuteten auf Bin Laden als Verantwortlichen für die Anschläge am 11. September, sagte Bush. "Die Taliban müssen handeln und sie müssen rasch handeln. Sie werden die Terroristen ausliefern oder deren Schicksal teilen", sagte Bush. Indem es Beihilfe zum Mord leiste begehe auch das Taliban-Regime Mord. An andere Staaten gerichtet sagte Bush: "Entweder ihr seid für uns, oder ihr seid für die Terroristen".

Bush forderte die Taliban-Regierung auf, den US-Behörden alle Anführer der El-Kaida-Organisation von Bin Laden zu überstellen und deren Trainingslager sofort und dauerhaft zu schließen. Die US-Behörden müssten Zugriff auf die Ausbildungslager erhalten, um sicher zu stellen, dass diese nicht länger benutzt würden. Zudem forderte Bush, die acht Ausländer einer deutschen Hilfsorganisation freizulassen. Sie waren Anfang August gemeinsam mit 16 afghanischen Mitarbeitern unter dem Vorwurf der Missionierung festgenommen worden. Ihnen wird derzeit in Kabul der Prozess gemacht.

Der Originaltext der Rede im Internet: www.whitehouse.gov/news/releases/2001/09/20010920-8.html

Das afghanische Taliban- Regime hat am Freitag erneut die Forderung der USA nach Auslieferung des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden zurückgewiesen. Eine Auslieferung würde "den Islam beleidigen", sagte der Taliban- Botschafter in Pakistan, Abdul Salam Saif.

Saif sagte, er wisse nicht, wo sich Bin Laden aufhalte. In der pakistanischen Presse wurde am Freitag spekuliert, dass der saudiarabische Multimillionär das Land bereits verlassen haben könnte. Gerüchte, dass Bin Laden bereit sei, aus Afghanistan auszureisen, waren bereits vor zwei Jahren gestreut worden, als die USA und die Vereinten Nationen die Auslieferung Bin Ladens verlangt hatten und die Taliban versuchten, ihr Verhältnis zu den USA zu verbessern.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, schloss eine arabische Beteiligung an der von den USA geforderten internationalen Antiterror-Allianz ausgeschlossen, wenn Israel beteiligt wird. Israel töte Menschen, und wer eine solche Politik betreibe, könne nicht den Terrorismus bekämpfen, sagte Mussa.

In der pakistanischen Hafenstadt Karachi ging die Polizei mit Tränengas und Schlagstöcken gegen mehrere hundert Anhänger der afghanischen Taliban vor, die Reifen in Brand gesteckt und Steine auf Autos geworfen hatten. Die radikalen Islamisten protestierten gegen die USA und die pakistanische Unterstützung für die Amerikaner.

Die Taliban-Bewegung hatte am Donnerstag den Extremisten bin Laden zur Ausreise aufgefordert. Für den Fall eines US-Angriffes kündigten die Taliban einen "Heiligen Krieg" gegen die USA an.

"Die Stunde des Handels wird kommen"

US-Präsident Bush hat hat die Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt, denn die Stunde wird kommen, dass Amerika handeln wird", sagte Bush. Das Verteidigungsministerium hatte am Donnerstag angekündigt, zur Verstärkung der Armee in der Golfregion 100 Kampfflugzeuge, Bomber und Begleitmaschinen auf Basen in der Golf-Region oder in die Nähe zu verlegen. Die Marine entsandte einen zusätzlichen Flugzeugträger in die Region - damit wären in der Mittelmeer- und Golfregion sowie im Indischen Ozean 500 Militärflugzeuge einsatzbereit.

Bush bekräftigte, dass es sich um einen langwierigen Konflikt handele und nicht nur einen Vergeltungsschlag handeln werde. "Wir werden jedes uns zur Verfügung stehende Mittel - alle Mittel der Diplomatie, jedes Instrument der Geheimdienste, alle Instrumente von Polizei und Justiz, jede finanzielle Einfluss-Möglichkeit und jede notwendige Waffe des Krieges dazu einsetzen, um das globale Terror-Netz zu unterbrechen und zu zerschlagen", sagte der US-Präsident. Er kündigte zudem an, einen neuen Kabinettsposten "Heimatverteidigung" zu schaffen. Dessen erster Chef werde der aus dem Amt scheidende Gouverneur von Pennsylvania, Tom Ridge.

Bush sagte, er danke im Namen der Bevölkerung für die weltweite Unterstützung nach den Anschlägen. "Amerika wird niemals den Klang unserer Nationalhymne vor dem Buckingham Palast (in London), auf den Straßen von Paris und vor dem Brandenburger Tor vergessen." An der Sondersitzung des Kongresses nahm auch der britische Premiermonister Tony Blair teil. An ihn gerichtet sagte Bush: "Amerika hat keinen wahrhaftigeren Freund als Großbritannien.".


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