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Polizeigewerkschaft will mit Gendatei tausende Straftaten aufklärenDPA-Datum: 2004-07-07 07:57:34

Berlin (dpa) - Mit einem Ausbau der Gendatei könnten nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zehntausende Straftaten in Deutschland aufgeklärt werden.

Berlin (dpa) - Mit einem Ausbau der Gendatei könnten nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zehntausende Straftaten in Deutschland aufgeklärt werden.

«Dies hat zur Folge: Wir brauchen auch mehr Personal», sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg in einem dpa-Gespräch mit Blick auf den Fall des mutmaßlichen Serienmörders Michel Fourniret. «Schon die bisherigen Daten haben ungeheuer viele Erfolge gebracht, spektakuläre Mordfälle konnten nach Jahrzehnten gelöst werden», sagte Freiberg. Doch die Datei sei zu klein. Freiberg erklärte, die Behörden dürften nur bei schweren Verbrechen und nach richterlicher Zustimmung die so genannten genetischen Fingerabdrücke festhalten.

«Wir haben einen Deliktkatalog als Voraussetzung, der nicht ausreichend ist.» Er sprach sich dafür aus, auch bei kleineren Verbrechen die biometrischen Daten der Täter zu erfassen. «An vielen Tatorten gibt es keine Fingerabdrücke, aber Blut, Speichel, Sperma, Haare oder Hautreste findet man sehr häufig.»

Zur Zeit sind in der Datei 300 000 DNA-Muster gespeichert. Diese Zahl möchte Freiberg deutlich vervielfachen. Kritikern, die den Datenschutz gefährdet sehen, entgegnete er: «Der Begriff "genetischer Fingerabdruck" ist eigentlich falsch.» Persönliche Daten würden in der Datei verschlüsselt und nicht an Polizeibeamte weitergegeben. «Die Polizei hat keinen Zugriff auf Informationen über Erbanlagen.»

Freiberg sagte, die Gendatei sei das wichtigste Beweismittel seit Bestehen der Bundesrepublik, jetzt solle sie auch mit den Datenbanken andere europäischer Länder verknüpft werden. «Meistens kommt in der inneren Sicherheit erst etwas voran, wenn die Öffentlichkeit aufmerksam ist - so wie jetzt angesichts der belgischen und französischen Kinderschänder.»

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