Polizisten an Bord
Bush will Maßnahmen zum Schutz vor Terror ankündigen

US-Präsident George W. Bush will nach Medienberichten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen im Flugverkehr zum Schutz vor Terrorangriffen ankündigen.

dpa WASHINGTON. Wie der Nachrichtensender CNN am Mittwochabend (Ortszeit) berichtete, werde Bush am Donnerstag in einer Rede auf dem O'Hare-Flughafen in Chicago den Einsatz von Polizisten an Bord auf fast allen amerikanischen Flügen vorschlagen. Zudem sollen die Bundesbehörden eine deutlich größere Rolle bei der Gewährleistung der Flughafensicherheit spielen.

Das US-Bundeskriminalamt FBI begann unterdessen, alle LKW-Fahrer mit Lizenzen für Gefahrguttransporte zu kontrollieren. Derzeit stellen die Ermittler nach Angaben des US-Senders CNN eine Liste aller Unternehmen zusammen, die die Erlaubnis zum Transport gefährlicher Güter besitzen. 20 Personen, die Verbindungen zu den Terroristen haben sollen, die am 11. September die Anschläge verübten, waren nach US-Medienberichten im Besitz solcher Lizenzen oder hatten versucht, sie zu erhalten. Derzeit befinden sie sich in Gewahrsam.

In Afghanistan erreichten die anti-amerikanischen Proteste am Mittwoch einen neuen Höhepunkt. Mehrere tausend aufgebrachte Afghanen steckten die seit zwölf Jahren verlassene US-Botschaft in Kabul in Brand. Der oberste Taliban-Führer Mullah Muhammed Omar warnte die USA vor einer Konfrontation. "Amerika ist sehr stark. Aber selbst wenn es doppelt so stark wäre, wäre es nicht stark genug, um uns zu besiegen", sagte Omar dem US-Sender "Voice of America".

Annan fordert Taliban zum Handeln auf

In der afghanischen Hauptstadt Kabul stürmten Demonstranten am Mittwoch das Botschaftsgelände, zündeten Autos an und schlugen mit Holzlatten auf Symbole des mächtigsten Landes der Erde ein, wie der arabische Fernsehsender "Al-Dschasira" berichtete. Ein Teil der Botschaft sei niedergebrannt worden, sagte ein Taliban-Sprecher.

UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte in New York die Taliban auf, der Forderung des UN-Sicherheitsrates nachzukommen und die "Verantwortlichen" für die Anschläge der internationalen Staatengemeinschaft zu übergeben. Kabul hat wiederholt die von den USA geforderte Auslieferung des mutmaßlichen Terroristenführers Osama Bin Laden abgelehnt und bei einem US-Angriff mit Vergeltung gedroht.

Nato-Generalsekretär George Robertson sagte in Brüssel bei einem informellen Treffen der 19 Verteidigungsminister des Bündnisses, er erwarte in absehbarer Zeit eine Bitte der USA um militärische Unterstützung für einen Schlag gegen den internationalen Terrorismus. Washington könne sich auf seine Verbündeten verlassen. Entgegen vielen Erwartungen bat US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz die Nato aber am Mittwoch nicht um die offizielle Ausrufung des Bündnisfalles, der zur gemeinsamen Verteidigung verpflichtet.

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