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Polnische Abgeordnete: Berlin soll Vertriebenen-Ansprüche regeln

Polnische Politiker fordern von Deutschland, Klagen von Vertriebenen auf Eigentumsrückgabe zu verhindern. „Wir erwarten vom Kanzler, dass er dies als ein internes Problem Deutschlands anerkennt“, sagte der EU-Abgeordnete und frühere Außenminister Bronislaw Geremek der „Berliner Zeitung“.

dpa BERLIN. Polnische Politiker fordern von Deutschland, Klagen von Vertriebenen auf Eigentumsrückgabe zu verhindern. "Wir erwarten vom Kanzler, dass er dies als ein internes Problem Deutschlands anerkennt", sagte der EU-Abgeordnete und frühere Außenminister Bronislaw Geremek der "Berliner Zeitung".

"Wenn es Forderungen gibt, sollten sie von der deutschen Regierung befriedigt werden". Geremek bedauerte zugleich den Beschluss des polnischen Parlaments, gegenüber Deutschland Reparationen für Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg geltend zu machen. Doch unterstreiche die Aufforderung an die Regierung in Warschau, "dass man nicht Polen für die Folgen des Zweiten Weltkriegs verantwortlich machen kann""

Donald Tusk, Vizepräsident des polnischen Parlaments, sagte der Zeitung, die Bundesregierung sei für die gegenseitigen Reparationsforderungen zwischen Polen und deutschen Vertriebenen verantwortlich. Er verlangte, dass "die Deutschen ihre Ansprüche an Polen" zurücknehmen. Tusk kritisierte, die deutsche Politik gehe nicht gegen die Forderungen gegenüber Polen vor. "Regierung und CDU lassen es bei ein paar guten Worten und Erklärungen bewenden." Er lobte hingegen den Vorschlag der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, die eine innerdeutsche Lösung für die Entschädigungsfrage angeregt hatte. Regierung und Opposition in Deutschland würden dies nur ablehnen, weil dies die Bundesrepublik zu teuer käme, meinte Tusk.

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