Pop-Ikone begeht neue Wege im Musikverkauf
Madonna beglückt Fans mit MP3-Song

Ganz einfach kann jetzt in den USA die neue Madonna-Single "American Life" von der Webseite www.madonna.com und zahlreichen Fanseiten herunter geladen werden. Der Käufer muss sich nur bei einem elektronischen Bezahlsystem registrieren und schon kann er die Single sein Eigen nennen. Zwei einfache Schritte, die der jungen Generation sehr entgegenkommen.

DÜSSELDORF. Wie viel Madonna an dem Verkauf der Single, die 1,49 US-Dollar kostet, verdient ist unklar. Deutlich ist aber Ihr Imagegewinn. "Madonna verbessert ihre Ansehen unter den jungen Hörern", schreibt Forrester Research in einer aktuellen Studie. Der einfache Download gebe der 44-Jährigen eine Chance, Kontakt mit jungen Fans aufzunehmen, die Musik erst hören wollen, bevor sie eine CD kaufen.

Gewinner ist auch das PayPal-Bezahlsystem, das mit 20 Millionen Kunden Marktführer ist. Der Anbieter eines Email Überweisungsverfahrens gewinnt viele neue, insbesondere junge Kunden. Auch die Plattenfirma Maverick Records geht nicht leer aus: Sie bekommt die Emailadressen der Fans, die beim Kauf angegeben werden müssen. Diese können dann bei weiteren Werbemaßnahmen eingesetzt werden.

Die Einfachheit des Kaufs ist verblüffend. Ohne große Umwege wird der Interessent direkt zur Kasse gelotst. Das Verfahren funktioniert nach dem Prinzip "Cash and Carry". Monatliche Gebühren fallen nicht an. Zudem kann der Käufer mit dem Lied machen, was er möchte, ohne sich dabei Gedanken über möglicher Rechteverletzungen machen zu müssen. So kann der Titel straffrei auf CD gebrannt werden.

Madonna begeht damit neue Wege in der Musikvermarktung. Forrester-Experte Josh Bernoff ist begeistert von dieser Strategie. Zum einen erhöhe sie ihre Bekanntheit bei den jungen Hörern, die neue Musikformaten, beispielsweise MP3, offener gegenüberstehen. Zum anderen werde eine Erhöhung der CD-Verkaufszahlen folgen.

Madonna eile mit diesem Angebot der Musikindustrie voraus. Die Musikbranche befindet sich auch nach eigenen Angaben schon länger in der Krise. Die Umsätze im CD-Verkauf gehen zurück. Versucht wird, durch Kopierschutz und der Androhung von Strafen das Brennen von CDs einzudämmen. Aber dieses Kopierverbot wird vermutlich nicht von Erfolg gekrönt sein. Der Nutzer will, einer Studie der GfK Marktforschung zufolge, seine Lieblingsmusik, ähnlich wie in den 80er Jahren auf Kassette, auf CD haben.

Berlecon Research-Chef Thorsten Wichmann sieht die Musikindustrie deshalb vor der Herausforderung neue Wege der Vermarktung und des Verkaufs zu entwickeln. Möglich wäre, so Wichmann, eine Partizipation der Plattenfirma an Konzerteinnahmen. Eine straffreie Verbreitung der Musik führe nur zu einer vermehrten Bekanntheit des Künstlers. Für die Musikbranche könnte hier die Chance liegen, die Einnahmen aus anderen Quellen zu steigern.

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