Popperfrisuren, Schulterpolster und farbige Sakkos kommen 2005 zurück
Comeback der Popper

Das Grauen ist programmiert. Spätestens die Schauen zur Mailänder Modemesse manifestierten die schlimmsten Befürchtungen geschmacklich kultivierter Zeitgenossen: Die achtziger Jahre leben in der Mode wieder auf.

"Die Pullover werden länger und weiter", beschreibt Riccardo Restani, Designer des Modelabels Giuliano Fujiwara, und empfiehlt zum zwanglosen Businesslunch einen seiner chinablau leuchtenden Pullover aus Sweatshirtstoff, kombiniert mit einer schlichten dunklen Hose. Kein Zweifel: Das Comeback von Neonfarben und Nickipullovern steht kurz bevor und mit ihnen die Karottenjeans in Stone-Washed-Optik, abgelatschte Cowboystiefel und sackartige Long-Shirts mit Fledermausärmeln.

Bislang hatten die Modeschöpfer mit dem Jahrzehnt der modischen Geschmacklosigkeiten nur kokettiert. Hier ein Nietenarmband, eine Metallschnalle an der Stiefelette, dort ein Model mit Irokesenschnitt auf dem Laufsteg. Jetzt machen sie Ernst, und es kommt dicke. Mit Schulterpolstern und Kleider- schrank-Silhouette für den Mann, Ballonröcken und Leggings für die Frau. Das Lebensgefühl 2004 ist zwar anders als 1984, aber Ahoj- Brause und Flutschfinger schmecken plötzlich wieder.

Noch nennen viele in der Branche den unverkennbaren Achtziger- Jahre-Disco-Glamour harmlos und treuherzig Space-Look. Sternenstaub auf Jeanshose, Shirts mit Glitzeraufschrift, ohne Glanz und Glitter geht es nicht mehr in der Mode. Da sind auch Börsenmakler und Bankdirektoren nicht entschuldigt. Dolce e Gabbana verkünden: "Es ist der Moment gekommen, wo Männer wissen, was sie wollen, und sich trauen." Also, weg mit den Anzügen in matten, dunklen Tönen, her mit glänzenden Sakkos in Farben wie aus der Eisdiele: Pistaziengrün, Vanillegelb, Apricot. Klingt wie aus dem Quellekatalog von vorgestern, ist aber der Trend von morgen.

Und es kommt noch greller. "Silber und alle Metallic-Farben sind extrem angesagt", erklärt Modeberaterin Traudel Albrecht-Fuchs vom Bundesverband der Leder- und Kunststofferzeugnisse. Aufmerksame Ohren hören im Hintergrund bereits leise ihr "Cheri, Cheri Lady" klingen.

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