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Porsche-Chef in „neuer Sparte“ auf Erfolgskurs

Der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG hat am Samstag seinen Erfolgskurs in einer neuen Sparte fortgesetzt: Wendelin Wiedeking wurde als erster Wirtschafts-Chef mit dem Orden wieder den tierischen Ernst ausgezeichnet.

HB/dpa AACHEN. Mit ihm betrat ein Mann von Welt mit Bodenhaftung das närrische Parkett. Souverän und mit geschliffenem Humor las er in seiner Ritter-Antrittsrede der Politik und Wirtschaft die Leviten - und erntete Beifall und Respekt bei den rund 1300 Festgästen und elf Alt-Rittern.

Wiedeking gehöre nicht zu den Menschen, "die lamentieren und ins Bierglas weinen, sondern der anpackt nach seinem Motto: no risk no fun (kein Risiko, keinen Spaß)", sagte der Präsident des Aachener Karnevalsvereins, Dirk von Pezold, und setzte dem Wirtschaftsboss die Narrenkappe auf: "Die muss immer bei Vorstandssitzungen getragen werden - und wer lacht, der fliegt."

Der ehemalige Botschafter und letztjähriger Ritter Thomas Borer- Fielding würdigte Wiedeking als hochkarätigen Wirtschaftsmann, der als Nachfolger bei Telekom, Siemens, Bertelsmann und VW gehandelt werde. Nur als Grüner oder SPD-Minister hätte er keine Chance: "Er hat ja ein abgeschlossenes Universitätsstudium, er kann mit Geld umgehen und sagt ungeschminkt die Wahrheit", stellte Borer-Fielding fest, der von seiner schwangeren Frau Shawne begleitet wurde. Dieses Lob verstand Ritter Porsche als Verpflichtung: Mit ihrem ständigen Richtungswechsel habe die rot-grüne Regierung als Unternehmen keine Chance auf Gewinn, sagte der Wirtschaftsexperte: "Die SPD ist ja noch nicht einmal als Zulieferant für Reifen zu gebrauchen. Die hatten doch beim Start schon so viel Abrieb, dass sie sofort blank waren."

Zufrieden kommentierte Wiedeking die Markteinführung des neuen Porsche-Geländewagens. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle sei sehr dankbar gewesen: "Jetzt verfügt die FDP über ein angemessenes Fahrzeug, in dem sie ihre Mitgliederversammlung abhalten kann. Im Guidomobil haben sich doch alle verlaufen."

Eine klares Nein kam vom Porsche-Chef zu einem möglichen Einstieg des Unternehmens in die Formel 1. "Die Rennen werden doch meistens in den Boxen entschieden. Sollen wir etwa künftig werben mit dem Slogan: Porsche - Schnellster beim Reifenwechsel?"

Zum ersten Mal nach Jahren stand der FDP-Politiker Jürgen Möllemann nicht mehr auf der Bühne. Wegen "inhaltlicher Neukonzeption" hatte der AKV auf ihn verzichtet. Stattdessen begann die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin und Ritterin Heide Simonis (SPD) als Fahrschülerin ein politisches Geplänkel mit ihrem Fahrlehrer Armin Halle, Möllemanns ehemaligem Bühnenpartner.

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