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Porsche-Gewinn klettert über eine Milliarde - Aktie im Minus

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat erstmals mehr als eine Milliarde Euro verdient und peilt auch im laufenden Geschäftsjahr eine neue Bestmarke an. Die Börse reagierte am Donnerstag auf die Ankündigung vom Vorabend aber mit Abschlägen. Bis zum Mittag sackte der Porsche-Kurs um knapp 1,61 % auf 519 €. Die guten Zahlen lagen nach Angaben von Analysten im Rahmen der Erwartungen.

dpa-afx STUTTGART/PARIS. Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat erstmals mehr als eine Milliarde Euro verdient und peilt auch im laufenden Geschäftsjahr eine neue Bestmarke an. Die Börse reagierte am Donnerstag auf die Ankündigung vom Vorabend aber mit Abschlägen. Bis zum Mittag sackte der Porsche-Kurs um knapp 1,61 % auf 519 ?. Die guten Zahlen lagen nach Angaben von Analysten im Rahmen der Erwartungen.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte auf dem Pariser Autosalon erklärt, dass nach den vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2003/2004 (31. Juli) der Vorsteuergewinn vor allem dank des erfolgreichen Modells Cayenne erstmals die Milliardenschwelle überspringe, nach 933 Mill. ? im Vorjahr. Aufgrund der neuen Modellvarianten bei 911er und Boxster erwarte das Unternehmen "ein erneutes Wachstum", sagte Wiedeking. Ungeachtet konjunktureller Unwägbarkeiten sei der Konzern "ausgesprochen zuversichtlich".

Porsche 'Hervorragend Abgesichert'

In Paris sagte Porsche-Finanzchef Holger Härter am Donnerstag, die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG sei gegen Wechselkursschwankungen hervorragend abgesichert. Bis zum Geschäftsjahr 2006/2007 seien die Risiken voll abgedeckt, im Geschäftsjahr 2007/2008 bislang teilweise. Die Sorge von Analysten, die wegen möglicher Währungsschwankungen bei Porsche ab 2006 einen Gewinneinbruch befürchten, seien unbegründet.

Der Porsche-Umsatz war 2003/2004 um 13,9 % auf 6,35 (5,58) Mrd. ? geklettert und hatte zum achten Mal hintereinander einen Höchststand erreicht. Porsche übertraf bei einem Absatz von 76 827 Fahrzeugen die selbst gesteckte Zielmarke von 75 000 leicht. Dies sei vor allem dem überragenden Erfolg des Cayenne zu verdanken, meinte Wiedeking. Im Vergleich zum Vorjahr (66 803) stieg der gesamte Konzernabsatz um rund 15 %.

Mögliche Vierte Baureihe

Vom neuen Boxster, der in Paris erstmals öffentlich vorgestellt wurde, sollen im laufenden Geschäftsjahr mehr als 15 000 Fahrzeuge verkauft werden. Die Nachfrage nach dem 911er und dem Boxster sei sehr gut. Zur möglichen vierten Baureihe betonte Wiedeking, diese würde nicht unterhalb des Preisniveaus des Boxsters angeboten. "Es wird bei Porsche kein Fahrzeug geben, das preislich unterhalb des Boxster angesiedelt ist." In der Branche wird eher auf eine viertürigen Luxussportwagen spekuliert. Wiedeking will 2005 über die neue Baureihe entscheiden. Die Serienproduktion könnte 2009 anlaufen.

"Ich bin davon überzeugt, dass auch der neue Boxster schon in naher Zukunft ein echter Sportwagen-Klassiker wird", sagte Wiedeking. Das Vorgänger-Modell wurde weltweit 160 000 Mal verkauft. Der neue Boxster werde vom 2. Oktober an weltweit auf allen Märkten eingeführt sein.

Von dem sportlichen Geländewagen Cayenne wurden 39 913 Fahrzeuge verkauft, fast doppelt so viele wie im Vorjahr (20 603). Den Erfolg der dritten Baureihe belegt auch, dass der Absatz im ureigenen Kerngeschäft Sportwagen (911er, Boxster) mit 36 692 (46 200) schwächer ausfiel. Vom alten 911er wurden 23 704 Fahrzeuge verkauft, ein deutliches Minus von 14,7 %. Noch heftiger traf es Porsche beim Boxster, hier sackte der Absatz um rund 30 % auf 12 988 Einheiten.

Produziert wurden im Geschäftsjahr 2003/2004 in den Werken Stuttgart, Leipzig und in Finnland (Valmet) insgesamt 81 531 Fahrzeuge und damit 11,3 % mehr als im Vorjahr. "Die Produktionszahl liegt vor allem deshalb deutlich über dem Absatz, weil bereits zahlreiche Elfer der neuen Generation gefertigt wurden, um die gegen Ende des Geschäftsjahres gestartete weltweite Markteinführung sicherzustellen", teilte Porsche mit. Sehr zufrieden sei Porsche mit dem finnischen Partner Valmet. Dort lassen die Stuttgarter den Großteil der Boxster fertigen. Der Vertrag läuft 2008 aus. Derzeit spreche nichts dagegen, die Option zur Verlängerung bis 2011 nicht wahrzunehmen, sagte Härter in Paris.

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