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Porsche setzt Hedging fort - aber zu schlechteren Konditionen

Der Sportwagenhersteller Porsche , der über 40 Prozent seiner Fahrzeuge in Nordamerika absetzt, muss für künftige Währungssicherungsgeschäfte mehr Geld investieren.

dpa-afx STUTTGART. Der Sportwagenhersteller Porsche , der über 40 Prozent seiner Fahrzeuge in Nordamerika absetzt, muss für künftige Währungssicherungsgeschäfte mehr Geld investieren. "Wir setzen unsere Absicherungsaktivitäten kontinuierlich fort, auch wenn wir derzeit nicht mehr die günstigen Sicherungskurse früherer Jahre erzielen können", sagte Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart.

Porsche ist noch bis 2007/2 008 gegen Kursverluste in Euro/Dollar voll abgesichert. Analysten fürchten trotz Dementis des Konzerns, dass in den Folgejahren der Gewinn des Unternehmens durch die Wechselkurse belastet werden könnte. "Wenn Goldman Sachs ab 2007 schwarze Löcher bei Porsche sieht, sollen sie sich mal überlegen, ob sie wissen, wo wir stehen. Die werden sich verdammt wundern, wie viel Luft wir noch haben", sagte Wiedeking. Finanzvorstand Holger Härter sagte, das US-Geschäft sei in den nächsten drei Jahren gesichert und Porsche werde "selbst im Falle eines langfristig schwachen Dollar seinen Status als einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Automobilhersteller der Welt bewahren kann".

'Ordentliche Ertragskraft'

Wiedeking versprach für das laufende Geschäftsjahr 2004/2 005 dank der neuen Modelle bei 911er und Boxster eine "ordentliche Ertragskraft". Der hohe Rohölpreis könne für "Dämpfer" sorgen, dennoch werde Porsche erneut Rekordwerte erreichen. Ob allerdings wieder zweistellige Zuwachsraten erzielt werden, hatte Wiedeking zuletzt nicht bestätigt. Positiv bemerkbar mache sich das flexible Arbeitszeitmodell mit Zeitkonten für die Beschäftigten. Immer wichtiger für das Unternehmen werde der Geländewagen Cayenne. Knapp zwei Jahre seit der Markteinführung erfreue sich der Cayenne "einer ungebrochenen Nachfrage", sagte der Porsche-Chef. Neben den USA sei der bullige Geländewagen, der mehr als die Hälfte des Konzernabsatzes ausmacht, auch in Lateinamerika oder in Asien gefragt.

In den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2004/2 005 (31. Juli) verkauften die Stuttgarter 23 546 Fahrzeuge, sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz erhöhte sich um vier Prozent auf 1,98 Mrd. Euro. Wichtigstes Modell bleibt der sportliche Geländewagen Cayenne. Hier steigerte Porsche zwischen August und November den Absatz um 15,2 Prozent auf 13 011 Autos. Beim 911er machte sich die Einführung des Nachfolgemodells positiv bemerkbar, die Verkaufszahlen erreichten 8 452 Einheiten und lagen damit um 18,6 Prozent über Vorjahr. Beim Einstiegsmodell Boxster lag der Absatz wegen des am 27. November gestarteten Generationswechsels mit 1916 Fahrzeugen um 46,7 Prozent unter dem Vorjahr.

Dividende

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2 004 hatte Porsche den Vorsteuergewinn von 933 Mill. Euro auf das Rekordniveau von 1,088 Mrd. Euro verbessert. Der Jahresüberschuss kletterte von 565 Mill. auf 612 Mill. Euro. Der Absatz des Konzerns stieg um 15 Prozent auf 76 827 Fahrzeuge, der Umsatz um 13,9 Prozent auf 6,36 Mrd. Euro. Die Aktionäre sollen eine Dividende je Stammaktie von 3,94 (3,34) Euro und 4,00 (3,40) Euro je Vorzugsaktie erhalten.

Aktuell schätze er das wirtschaftliche Umfeld, vor allem in Deutschland, er "eher nüchtern" ein, sagte Wiedeking. Zukunftsmärkte seien China und Russland. Das Wachstum werde aus eigener Kraft finanziert. Die Eigenkapitalquote stieg im Vorjahr von 27,8 auf 28,6 Prozent, die Nettoliquidität verbesserte sich um 33,6 Prozent auf 1,82 Mrd. Euro, der erweiterte Cash Flow auf 1,67 (1,39) Mrd. Euro. "Unser gut dotiertes Reserven-Polster sollte es uns zusammen mit unserer einmal mehr ausgebauten Cash Flow-Position ermöglichen, unseren Wachstumskurs, den wir auch in Zukunft fortsetzen wollen, aus eigener Kraft zu finanzieren." Porsche will im nächsten Frühjahr über eine vierte Baureihe entscheiden. Diese würde aber nicht vor 2009 in Serie gehen.

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