Porsche und die Deutsche Börse streiten weiter um die Aufnahme in den Prime Standard: Am Ende entscheidet der Richter

Porsche und die Deutsche Börse streiten weiter um die Aufnahme in den Prime Standard
Am Ende entscheidet der Richter

Keine Frage, würde Porsche künftig Quartalsberichte vorlegen, die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG Vorzugsaktie wäre ein sicherer Kandidat für den Deutschen Aktienindex (Dax). In puncto Börsenumsätze und Marktkapitalisierung bewegt sie sich um Platz 20 der größten deutschen Werte.

FRANKFURT/M. Ebenfalls außer Frage steht, dass der weltweit profitabelste Autobauer den Index der deutschen Top 30 durch seine Anwesenheit bereichern würde. Doch die Situation ist verfahren: Für die Deutsche Börse sind Quartalsberichte aus Transparenzgründen Grundvoraussetzung für einen Auswahlindex, Porsche will sich dem nicht beugen. Dem Sportwagenhersteller wurde deshalb die Aufnahme in den Prime Standard verweigert.

Nun sind die Fronten derart verhärtet, dass eine gütliche Einigung nicht in Sicht ist. Nach gegenwärtigem Stand würde sich Porsche ab dem 24. März im Bodensatz der Börse, dem General Standard finden - gemeinsam mit so illustren Namen wie Artnet, Fluxx.com oder Me, Myself & Eye.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist weiterhin der Auffassung, Quartalsberichte stellten auf Grund saisonaler Effekte die Lage des Unternehmens unzureichend dar. Eine Meinung, mit der er ziemlich allein dasteht. Schließlich hat die Konkurrenz von Daimler Chrysler und BMW keine Problem damit. Auch am gescholtenen Neuen Markt sicher kein Vergleich zu Porsche erfüllten alle der einst 343 Unternehmen diese Bedingung.

Als weiteren Grund für seine Hartnäckigkeit führt Porsche an, dass kurzzeitige Entwicklungen die Volatilität der Aktie erhöhen würde. Das bringt Aktionärsschützer und Analysten endgültig auf die Palme. Eine abenteuerliche Argumentation nannte dies Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre (SdK). Schließlich wird den Privatanlegern so unterstellt, dass sie nicht in der Lage sind, Quartalsberichte richtig zu interpretieren. Auch hat sich bisher kein Analyst öffentlich gegen die Flut an Quartalsberichten gewehrt.

Nun streiten sich also die Juristen. Knackpunkt sind das Börsengesetz und die nachrangigen Zulassungsfolgepflichten in der Börsenordnung. Porsche argumentiert, dass man gemäß Börsengesetz zum Amtlichen Markt zugelassen ist und nachträglich keine Zulassungsfolgepflichten wie beispielsweise Quartalsberichte eingeführt werden dürfen. Die Deutsche Börse hingegen beruft sich darauf, dass in der Börsenordnung einzelne Zulassungsfolgepflichten geregelt werden können - so steht es im Börsengesetz.

Unabhängig davon streiten sich die Anleger, ob der Porsche-Aktie eine Aufnahme in den Dax überhaupt nützlich wäre. Sicherlich müssten sich passiv gemanagte Fonds eindecken. Andererseits zeigt gerade die Vergangenheit: Sowohl mit Altana als auch mit der Deutschen Börse ging nach der Dax-Aufnahme bergab.

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