Porträt des 46-jährigen Westfalen
Heiner Kamps: Vom Bäckerlehrling zum Brötchenkönig

Ihm eilt der Ruf eines Goldbäckers voraus: Heiner Kamps, der Gründer und Vorstandsvorsitzende der Kamps AG, formte aus dem Nichts Europas größtes Backwaren-Imperium.

dpa DÜSSELDORF. Die Liebe zum Backen wurde dem 46-jährigen Westfalen schon in die Wiege gelegt. In der Bocholter Landbäckerei seines Vaters ging er in die Lehre, stieg auf zum Bäckermeister und studierte Betriebswirtschaftslehre. Als Betriebswirt begann er vor 20 Jahren mit dem Aufbau der Filialbäckerei Kamps. Die erste Verkaufsstelle existiert noch heute neben einer größeren Kamps-Filiale in der Friedrichstraße, im Zentrum von Düsseldorf.

"Ich habe reichlich Mehl geatmet", sagt Kamps über sich. Der selbstbewusste Bäcker greift auch heute gern in den Teig. Bei einem Rundgang durch eine seiner 80 Backfabriken zeigt er, wie in wenigen Sekunden aus einer unförmigen Masse ein Brotlaib entsteht. Kneten und Formen schien auch ein Motto bei den Aufsehen erregenden Übernahmen zu sein. Kamps schluckte binnen weniger Jahre zahlreiche dicke Brocken. Auf der Einkaufsliste standen im Inland Thoben Kuchen (Vertriebsregion Berlin), Klems (Dortmund), Schwalmtaler Backhaus (Niederrhein), Backpartner (Köln/Düsseldorf), Weltin (Heilbronn) und Wendeln (deutschlandweit). Im Ausland kaufte Kamps mit Bakker Bart, Schothuis, Quality Bakers, Bäckerei Vogel (alle Niederlande) sowie Harrys (Frankreich) und Morato Pane (Italien) im großen Stil ein.

Auch Börsianer und Kleinanleger kamen auf den Geschmack. Mit der Kamps-Story wurde der Konzernlenker über Nacht zum Börsenstar. Die Aktie schoss in die Höhe. Nach einer Gewinnwarnung ging es mit dem Kurs im vergangenen Jahr jedoch bergab. Damit wuchs für Kamps die Gefahr, selbst geschluckt zu werden. Die sich abzeichnende Übernahme des Backkonzerns durch Barilla sieht Kamps nicht als Niederlage an. Schon einmal, vor zehn Jahren, verkaufte er Firmenanteile. Damals übernahm der US-Konzern Borden 20 Filialen. Nur vier Jahre später war Kamps durch eine Ausgründung wieder am Ruder. Auch diesmal will er als Vorstandsvorsitzender auf seinem Posten bleiben. Die Vision seines Lebenswerkes lebe unter dem Dach von Barilla fort.

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