Porträt
Franz Fischler - Ein Meister der Taktik

EU-Agrarkommissar Franz Fischler hat seit seinem Amtsantritt 1995 in den Verteilungskämpfen um die prall gefüllten Subventionstöpfe für Europas Bauern viel geleistet.

dpa BRÜSSEL. Zwei hart umkämpfte Reformen in etwas mehr als vier Jahren durchzusetzen, ist eine Leistung, die selbst seinen Widersachern Respekt abnötigen wird: EU-Agrarkommissar Franz Fischler hat seit seinem Amtsantritt 1995 in den Verteilungskämpfen um die prall gefüllten Subventionstöpfe für Europas Bauern viel geleistet.

Der österreichische Konservative bietet unerschrocken Staats- und Regierungschef von links bis rechts die Stirn, wenn er seinen Kurs für richtig hält. Das war 1999 so bei der "Agenda 2000"-Reform, und zeigt sich auch jetzt bei dem Projekt, das in den kommenden zehn Jahren Europas Landwirtschaft von Grund auf verändern wird.

Fischler wirkt stets ruhig und verbindlich, selbst wenn frustrierte Bauern um ihn herum ohrenbetäubende Pfeifkonzerte veranstalten. Ein freundliches Lächeln hier, ein listiger, verschmitzter Blick dort - da hört sogar der ärgste Gegner zu. Besonders zugute kommt Fischler, dass er vom Fach ist: 1979 bis 1989 arbeitete er in der Tiroler Landwirtschaftskammer, danach war er Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft in Wien.

1995 kam die Aufgabe in der EU-Kommission auf ihn zu. Auch in dieser Mammutbehörde profitiert der bärtige Tiroler mit der beeindruckenden Mannsbild-Figur von seinem politischen Instinkt. So überstand er unbeschadet die Affären der alten Kommission von Präsident Jacques Santer und gilt auch in der jetzigen Mannschaft von Romano Prodi als integres Mitglied. Eine besonders harte Prüfung bescherte ihm die BSE-Krise, als er zwischen die Fronten von Verbraucherschützern und Agrarlobbyisten geriet. Der 56-Jährige ist verheiratet und hat vier Kinder.

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