Porträt Helmut Panke
Künftiger BMW-Chef seit fast 20 Jahren im Konzern

Auch in der Veränderung wahrt BMW die Tradition. Wie seine beiden Vorgänger Joachim Milberg und Bernd Pischetsrieder kommt auch der künftige Vorstandschef Helmut Panke aus dem eigenen Stall. Das sorgt für die Kontinuität, die der Konzern nach der Neuausrichtung durch Milberg braucht und der Aufsichtsrat will.

Reuters MÜNCHEN. "Bei BMW bevorzugt man interne Regelungen", sagt ein Branchenkenner. Der 55 Jahre alte Finanzvorstand ist nach Milberg das dienstälteste Mitglied des Vorstands und eines der wenigen, das das kostspielige Abenteuer um die verlustträchtige britische Tochter Rover an der Spitze von BMW überstanden hat. Im Unternehmen erwartet man, dass Panke sich wie Milberg als Integrationsfigur erweist.

Differenzen zwischen dem Vorstandschef und seinem engsten Mitarbeiter wurden in den drei Jahren, in denen beide zusammen BMW führten, nie offenbar. In den widrigen Zeiten, während des heiß umstrittenen Verkaufs von Rover, zeigte er sich stets loyal und untermauerte die Thesen seines Vorstandschefs mit den passenden Zahlen. Pankes Haartracht ist nicht erst im Amt weiß geworden, trotz der Milliarden-Lasten aus Großbritannien. Sie unterstreicht die vornehme Zurückhaltung, die ihn wie seinen bisherigen Chef auszeichnet. Auf eine grundlegende Änderung des Führungsstils brauchen sich Mitarbeiter und Öffentlichkeit also nicht gefasst zu machen.

Doch erleben ihn Beobachter als offener und kommunikativer als Milberg, der das Rampenlicht überhaupt nicht liebt und der seine Berührungsängste mit Journalisten und der Öffentlichkeit erst langsam ablegte. Panke lässt keine Fragen offen, antwortet ohne Umwege, präzise und schnörkellos. Das gilt auch dann, wenn er nichts sagen kann oder will. Weniger vorsichtig und bedächtig als sein Vorgänger ist er deshalb nicht. "BMW gibt nur Prognosen ab, bei denen die Latte so tief liegt, dass man sie allzu leicht überspringen kann", sagt eine Analystin.

Wenn Panke im Mai 2002 als Vorstandschef antritt, hat er 20 Jahre bei BMW schon hinter sich. Der promovierte Physiker ist zwar im ostdeutschen Storkow bei Fürstenwalde geboren, aber in München aufgewachsen und hat auch an der dortigen Universität studiert. Nach vier Jahren als Unternehmensberater bei McKinsey wechselte er 1982 zu BMW, war dort zunächst für die Planung und das Controlling in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zuständig. Bis 1993 beschäftigte er sich mit Konzernplanung, ehe sich der groß gewachsene, schlanke Mann als USA-Chef von BMW zum ersten Mal auch extern einen Namen machte.

Die Initiative für das erste BMW-Werk außerhalb Deutschlands in Spartanburg stammte von ihm. Das hievte ihn in den Vorstand: 1996 stieg er zunächst zum Personalchef auf, nach dem Abgang von Pischetsrieder beförderte Milberg Panke unmittelbar nach seinem Amtsantritt im März 1999 zum Finanzvorstand, als der er den unauffälligen Günter Lorenz nach nur einem Jahr im Amt ablöste. An der Spitze des Konzerns muss er nun beweisen, dass er nicht nur ein guter zweiter Mann ist. Maximal fünf Jahre hat er dazu Zeit. Bei BMW gilt eine Altersgrenze von 60 Jahren, auch für Vorstände.

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