Porträt
Portugals Wahlsieger: Vom Mao-Fan zum Neoliberalen

Während der Nelkenrevolution gehörte José Manuel Durão Barroso noch einer linken Splittergruppe an, als Regierungschef wird er es nun mit liberalen Ideen versuchen.

dpa LISSABON. Der Sieger der portugiesischen Parlamentswahlen, José Manuel Durão Barroso, ist alles andere als ein charismatischer Politiker. "Dieser Mann wird niemals Ministerpräsident", prophezeite die Zeitung "Público" dem Chef der liberal-konservativen Partei PSD (Sozialdemokratische Partei). Bis vor kurzem war der Ex-Außenminister sogar in seiner eigenen Partei umstritten gewesen. Viele Parteifreunde hielten dem 45-Jährigen vor, als Oppositionsführer zu blass gewesen zu sein und keine klare Linie aufgezeigt zu haben.

Nun hat der PSD-Chef, ein freundlicher, aber zuweilen etwas unsicher wirkender Mensch, es doch geschafft. "Er wird als Regierungschef besser sein, als er es als Kandidat war", versprechen seine Anhänger. Durão Barroso, dem seine Gegner einen Zickzack-Kurs ankreiden, will Portugal mit einer neoliberalen Politik aus der Krise führen.

Seine ersten politischen Erfahrungen sammelte er während der "Nelkenrevolution" im April 1974, die in Portugal die Rückkehr zur Demokratie einleitete. Damals gehörte er einer kleinen maoistischen Gruppe an. Er wandte sich aber bald von der radikalen Linken ab und trat der PSD bei. Im Alter von 29 Jahren wurde er Staatssekretär im Innenministerium, wechselte später ins Außenministerium und wurde 1992 zum Außenminister ernannt. Nach der Wahlniederlage der PSD 1995 scheiterte er mit dem Versuch, Parteichef zu werden. Dies gelang ihm 1999 nach einem heftigen innerparteilichen Machtkampf.

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