Porträt
Udo Steiner: Chefklempner des Sozialsystems

dpa KARLSRUHE. Eigentlich ist Udo Steiner ein eingefleischter Fußballfan. Mit dem Urteil in Sachen Pflegeversicherung, für das er als Berichterstatter im Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts zuständig war, hat er sich jedoch eher als Billardspieler erwiesen: Er spielt mit der Familienkomponente in der Pflege über die Bande, um am Ende die Rentenversicherung zu treffen.

Der humorvolle 61-Jährige hat sich seit seiner Berufung ans höchste deutsche Gericht zum einflussreichen Sozialexperten entwickelt. Man könnte auch sagen: zum Chefklempner des unter steigenden Lasten ächzenden Sozialsystems. Die Pflegeversicherung steht am Ende einer Reihe von Entscheidungen, mit denen der Erste Senat unter maßgeblicher Beteiligung Steiners Ungerechtigkeiten beseitigt und den Beitragszahlern geholfen hat. Im vergangenen Jahr wurde etwa die Benachteiligung freiwillig Krankenversicherter im Rentenalter korrigiert, ebenso die Schieflage bei den Sozialabgaben auf Weihnachts- und Urlaubsgeld - alles Entscheidungen aus Steiners Feder.

Der aus Franken stammende parteilose Jurist, 1995 auf Vorschlag der Union gewählt, gilt als ausgleichender und zugleich ungemein kommunikationsstarker Richter. Mit einem ausgeprägten Sinn für das Machbare zieht er immer auch die finanziellen Folgen seiner Urteile ins Kalkül, ebenso die politische Umsetzbarkeit: Diesmal reicht die großzügige Übergangsfrist bis in die Mitte der nächsten Legislaturperiode.

Ins Sozialrecht hat sich der in Regensburg lehrende Professor erst in Karlsruhe eingearbeitet. Zu den Schwerpunkten des vielseitigen Juristen gehören Bau- und Verkehrsrecht wie auch Medien-, Staatskirchen- und natürlich Sportrecht - er ist Mitglied beim 1. FC Nürnberg.

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