Porträt
Zumwinkel: Der Herr über Post und Telekom

Auf Klaus Zumwinkel kommen neue herkulische Aufgaben zu. Der 59-jährige Post-Vorstandschef soll nun auch Aufsichtsratsvorsitzender bei der hochverschuldeten Deutschen Telekom werden. Als erfolgreicher Sanierer der Deutschen Post bringt Zumwinkel wichtige Erfahrung mit.

HB/dpa BONN. Auch der nicht problemlose Umgang mit dem Bund als staatlichem Großaktionär ist ihm vertraut. Zumwinkel genießt das Vertrauen des Bundes und gilt als dessen Wahl. Der rheinische Unternehmersohn sollte bereits im Vorjahr den Vorstandsvorsitz der angeschlagenen Telekom von Ron Sommer übernehmen, winkte aber ab. Nun soll er stattdessen als Nachfolger von Hans-Dietrich Winkhaus oberster Aufseher werden.

Es wird damit keinen deutschen Wirtschaftslenker geben, der herausragende Verantwortung über so viele Mitarbeiter und zugleich so viele einzelne Aktionäre trägt wie Zumwinkel. Er wird an der Spitze von zwei DAX-Schwergewichten stehen, die als marktbeherrschende Dienstleister auch direkte Bedeutung für fast jeden Verbraucher haben. Zugleich wird mit der Personalunion wieder eine Brücke geschlagen zwischen den früher aus der alten Bundespost hervorgegangenen Unternehmen.

Die Privatisierung der Post, die er seit 1989/90 lenkt, und den Börsengang des früher behäbigen Staatsunternehmens trieb Zumwinkel zielstrebig voran. Der Umbau der "Schneckenpost" zum global agierenden Logistikkonzern trägt seine Handschrift. Das Managerhandwerk hat Zumwinkel bei der renommierten Unternehmsberaterfirma McKinsey gelernt. Danach wechselte der promovierte Ökonom zum Versandhaus Quelle (Fürth), wo er 1987 die Chef-Nachfolge von Grete Schickedanz antrat.

Zumwinkel gilt als bescheiden und zurückhaltend, wirkt unspektakulär im Auftritt. Seine Emotionen hat der passionierte Bergwanderer stets unter Kontrolle. Private Affären sind nicht bekannt. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist der Familienvater mit einer Studienkollegin und Lehrerin verheiratet. Finanziell ist er seit langem unabhängig. Vom Vater erbte er Handelsunternehmen, die er veräußerte.

Von seinem neuen Büro im gläsernen Post-Tower am Rhein aus kann Zumwinkel aus dem 41. Stockwerk bei gutem Wetter bis nach Köln blicken. Eine kleine Drehung, und er hat die Telekom-Zentrale im Auge, die nur einen Steinwurf entfernt ist, und in der künftig seine wichtigste Zusatzaufgabe liegt.

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