Portrait
George Bush - ein "Kumpel" als wahrscheinlicher Herr im Weißen Haus

dpa WASHINGTON. George W. Bush half einst seinem Vater George Bush Sen. beim Einzug ins Weiße Haus, wo die Familie von 1989 bis 1993 residierte. Im Wahlkampf betätigte sich der Junior für "Dad" als Berater und Redenschreiber. Jetzt wird George W. voraussichtlich selbst Herr im Hause an der Pennsylvania Avenue - wenn auch erst nach einem Nerven zerreibenden juristischen Tauziehen.

Seine Freunde und Anhänger im heimischen Texas sagen, dass sie ihn sehr vermissen werden. Sie nennen ihn liebevoll "Doubleyou", wegen der Mittelinitiale "W". Der 54-jährige bisherige texanische Gouverneur verkörpert den "Kumpeltyp", ganz im Gegensatz zu seinem Wahl-Widersacher Al Gore. Bush liebt seine Ranch in der Nähe von Waco und das Gespräch im kleinen Kreis mit den Bürgern. Journalisten begegnete er auf Wahlkampfreisen locker und humorvoll - häufig auch zu privaten Plaudereien aufgelegt.

Wie schon im Wahlkampf hat es Bush auch jetzt noch mit dem Vorwurf zu tun, er sei ein politisches und intellektuelles Leichtgewicht. Peinliche Versprecher, das Durcheinanderwerfen von Zahlen und Fakten haben seinen Kritikern immer wieder Wasser auf die Mühle gegeben. Als größtes Manko gilt weiterhin das Fehlen jeglicher Erfahrung in der Außenpolitik, auch wenn Bush auf diesem Gebiet inzwischen "nachgesessen" hat und sich somit auch bei den Fernseh-Debatten mit Gore beachtlich schlagen konnte.

Der am 6. Juli 1946 geborene George Walker Bush, dessen Bruder Jeb Gouverneur des Bundesstaates Florida ist, studierte an den Elite- Universitäten Yale und Harvard. 1978 verlor er bei der Wahl zum Repräsentantenhaus gegen einen Demokraten. Es folgten einige Jahre in der texanischen Ölindustrie und Alkoholprobleme, die Bush nach eigenen Angaben im Alter von 40 überwand. Später kaufte sich Bush beim Baseballteam "Texas Rangers" ein und wurde dessen Geschäftsführer.

1994 gelang ihm überraschend der Sieg bei der texanischen Gouverneurswahl - unter anderem mit dem Versprechen, härter gegen Kriminelle durchzugreifen. Unter Bushs Führung wurde Texas zum US- Staat mit den häufigsten Hinrichtungen. Seine Wiederwahl mit sensationellen 68,6 % 1998 war das Sprungbrett zur Präsidentschaftskandidatur.

Bush, der im Wahlkampf als selbst ernannter "Konservativer mit Herz" angetreten war und sich um Distanz zur äußersten Parteirechten bemüht hatte, ist mit der Bibliothekarin Laura Welch verheiratet. Das Paar hat Zwillingstöchter.

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