Portrait
Laurenz Meyer: Bissiger Angreifer - loyal hinter Rüttgers

dpa DÜSSELDORF. Loyalität und Aufrichtigkeit sind Qualitäten, die Laurenz Meyer im politischen Geschäft für sich in Anspruch nimmt. Durch seine Loyalität zum neuen Chef der NRW-CDU, Jürgen Rüttgers, hatte sich der 52-jährige Diplom-Volkswirt nach der Landtagswahl im Mai selbst von der Nummer eins zur Nummer zwei der Düsseldorfer Landtagsfraktion degradiert.

Knapp 15 Monate hatte er die von häufigem Führungswechsel gezeichnete Oppositionsfraktion zuvor als Interimsvorsitzender geführt. Schon vor seinem Amtsantritt im Februar 1999 hatte Meyer zugesagt, den Chefsessel für den Ex-Bundesforschungsminister zu räumen, falls es dem nicht gelingen sollte, die CDU bei der Landtagswahl von ihrer 34 Jahre langen Oppositionszeit zu erlösen.

Obwohl Meyer der Vollzug dieser Zusage sichtlich schwer fiel und er mit seinen offensiven Angriffen auf die rot-grüne Landesregierung beachtlichen Rückhalt in der Fraktion erworben hatte, verzichtete er in diesem Sommer auf eine Kampfkandidatur und zog sich zunächst in die zweite Reihe zurück. "Ich halte meine Versprechen." Seit Juni dieses Jahres amtierte er als Vize-Präsident des NRW-Landtags.

Hartnäckig bei der Subventionsaffäre

Seinen großen Auftritt hatte der Vater von vier Kindern im Sommer 1998, als er die Subventionsaffäre um das Trickfilmzentrum High Definition Oberhausen ans Tageslicht brachte. Hartnäckig verfolgte Meyer als Vorsitzender eines kurz darauf eingesetzten Parlamentarischen Untersuchungsausschusses die Verwendung von über 100 Millionen Mark an Steuergeldern für das Pleite-Unternehmen.

Auch im Landtag profilierte sich Meyer gegenüber seinem Vorgänger Helmut Linssen als bissiger Angreifer der Clement-Regierung. Nicht wenige in der CDU-Fraktion waren danach überzeugt, dass Meyer durchaus eine gute Alternative zu dem moderat auftretenden Rüttgers gewesen wäre.

1968 war der gebürtige Ostwestfale auf einer Berlin-Fahrt der Jungen Union zu der Partei gestoßen. Seit 1995 ist der Wirtschaftspolitiker Schatzmeister der NRW-CDU. Auch in dieser Funktion fiel er nach der CDU-Spendenaffäre dadurch auf, dass er offensiv für gläserne Kassen auftrat und die Bücher seines Landesverbandes für die Medien offen legte. Der Landtagsfraktion gehört er seit 1990 an.

Zuletzt VEW-Abteilungsleiter

Zuletzt arbeitete Meyer als Hauptabteilungsleiter der VEW- Bezirksdirektion im sauerländischen Arnsberg. Kommunalpolitische Erfahrungen sammelte er von 1975 bis 1995 im Rat der Stadt Hamm. Dort verlor er 1995 nur knapp das Rennen um das Oberbürgermeisteramt an den Kandidaten der SPD.

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