Positionierung als "Premiumanbieter"
AWD zielt bei Börsengang mittelfristig auf den MDax

Reuters FRANKFURT. Die AWD Holding AG zielt bei dem noch für dieses Jahr angestrebten Börsengang an den Amtlichen Handel bereits auf einen Wechsel in den MDax. Wie der Vorstandsvorsitzende des Finanzdienstleisters, Carsten Maschmeyer, am Dienstag in Frankfurt sagte, ist mit einem Listing in diesem Segement noch in diesem Jahr zu rechnen. Vorstellbar sei, dass das Unternehmen innerhalb von 18 Monaten in den MDax zu wechsele. Maschmeyer betonte, AWD werde sich als Premiumanbieter, der ab 2002 nur noch hauptberufliche Berater beschäftigen werde, im Markt positionieren. Bei der von der Deutschen Bank und Morgan Stanley als Konsortialführer begleiteten Emission sollen lediglich Aktien aus einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden.

Im ersten Halbjahr 2000 steigerte AWD den Angaben zufolge die Umsatzerlöse auf 302 Mill. DM gegenüber 219 Mill. DM im Vorjahreszeitraum. Der Überschuss sei auf 11,1 Mill. DM von zuvor 4,1 Mill. DM gestiegen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wurde mit 23,9 (8,8) Mill. DM angegeben. AWD wolle weiterhin zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz erzielen und strebe auch in Zukunft ein profitables Wachstum an, sagte AWD-Finanzvorstand Ralf Brammer.

Die in Hannover ansässige AWD sieht sich als Marktführer unter den unabhängigen Finanzdienstleistern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. AWD verfüge über ein flächendeckendes Vertriebsnetz mit über 220 Büros und 2300 hauptberuflichen Beratern und besitze das breiteste Produktspektrum der Branche, sagte Maschmeyer. Es würden Produkte vom Fonds über die Immobilienfinanzierung bis hin zur Krankenversicherung von über 200 Produktanbietern offeriert. Um die Unabhängigkeit zu wahren, soll es auch in Zukunft keine eigenen Produkte geben. Der aktive Kundenstamm der vergangenen drei Jahre umfasse 500 000 Mandanten, allein 1999 seien es 287 000 gewesen. Ziel der Berater sei es, dem Mandanten eine vollständige, unabhängige Beratung in Finanzfragen zu geben.

Der Zeitplan des Börsenganges werde derzeit noch überdacht. Voraussichtlich werde man noch vor der Deutschen Post an den Amtlichen Handel gehen, hieß es. Die Post strebt nach früheren Angaben ein Listing im November an. Genauere Angaben zum Zeitplan und Konsortium bei dem Börsengang werde es in nächster Zeit geben, sagte Brammer. Die Emission solle ausschließlich aus einer Kapitalerhöhung bestritten werden. Angestrebt sei ein Streubesitz von 25 %, die Mitarbeiter sollen 20 % halten. Der Anteil der Familie Maschmeyer soll den Angaben zufolge von derzeit 75 % auf ungefähr 53 % absinken. Maschmeyer zufolge muss der Anteil der Familie, wie man ja auch bei BMW und seinem Mehrheitsaktionär sieht, nicht unbedingt mehr als 50 % betragen, um entscheidenden Einfluss zu haben. Es werde aber in jedem Fall eine Halteverpflichtung der Altaktionäre über sechs Monate hinaus geben. Produktpartner halten den Angaben zufolge derzeit keine Anteile an AWD. Dies werde sich zwar bei dem Börsengang ändern, man werde aber auf eine breite Streuung Wert legen, hieß es.

Der Erlös aus dem Börsengang, den der Vorstand noch nicht näher beziffern wollte, solle in internes und externes Wachstum fließen. Außerdem plane man den verstärkten Einsatz von Call-Centern und dem Vertriebsweg Internet. Ein Kannibalisierung des klassischen Beratergeschäftes befürchtet Maschmeyer nach eigenen Worten nicht. Im Gegenteil, es unterstütze doch die Arbeit des Beraters, wenn er seinem Mandanten sagen könne, wo er sich am Wochenende wichtige Informationen holen könne.

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